Mittwoch, 14. November 2018

Ordnung und Übersicht ohne spezifische Schreibsoftware aufbauen

Notizen. Charakterbögen. Plotstruktur. Inspirationen. Figurenbilder. Völkerbögen. Wohnungsskizzen. Landkarten. Diese und so viele weitere Dateien sammeln sich im Laufe eines Projektes an. Je nach Herangehensweise und benötigtem Überblick sind es mehr oder weniger.

Es gibt diverse Schreibsoftware, die solche Hilfsmittel einbinden kann. In „Scrivener“ lassen sich beispielsweise Bilder hineinziehen. In „Papyrus“ gibt es eine Figurendatenbank.
Doch diese Programme kosten Geld. Und nicht jedes kann alles. Wer nur wegen einzelner Tools Interesse an dem einen oder anderen Programm hat, der ist vielleicht auch nicht bereit, dafür verhältnismäßig viel Geld zu investieren, weil er die anderen Funktionen nicht benötigt.

Ich verzichte bis heute darauf, denn ich habe für mich ein funktionierendes System entwickelt, indem ich ganz einfach die Struktur meines Rechners nutze.

Ordner
Es gibt einen Oberordner, in dem alles, was mit meinem Autorenkram zu tun hat, landet.
Darin befinden sich die ersten Unterordner (einer für das Schreibmeer, Romanprojekt A, Romanprojekt B, ein Ordner für meinen Blog etc.). Im Laufe der Jahre ist diese Ebene angewachsen. Erst hat es nur einen Romanprojektordner gegeben, doch je mehr Geschichten es geworden sind, desto häufiger habe ich sie in einen gesonderten Autorenordner nur für die Romanprojekte verschoben, der sich jetzt auf der ersten Ebene im Oberordner befindet.

Oberordner → Autorenordner → diverse Romanprojektordner

Zusätzlich befindet sich im Oberordner einer für alles, was mit Artikeln zu tun hat, und darin wiederum einer für das Schreibmeer.

Oberordner → Artikel → Schreibmeer

Oft beginne ich dann in diesen Unterordnern zunächst einmal nur mit Dokumenten und erst, wenn es zu viele werden, lege ich neue Ordner an. So habe ich im Ordner „Schreibmeer“ die ersten Artikel direkt darin abgelegt, doch zum Jahreswechsel einen für 2017 und einen für 2018 erstellt und die Dokumente in ihre entsprechenden Ordner verschoben. Damit verliert sich die Übersicht aufgrund zu vieler Dateien nicht so sehr.

Oberordner → Artikel → Schreibmeer → 2018

Hinsichtlich der Ordner für meine Romanprojekte unterteile ich ebenso. Beispielsweise habe ich mehrere oder weniger viele Unterordner angelegt. Alles Weitere landet als Einzeldokument im Hauptordner des Projekts.

Ordner: Projekttitel
↳ Ordner: Figuren
↳ Ordner: Fotos
↳ Ordner: Unterkünfte (hier können allerdings auch Arbeits- oder andere Schauplätze beinhaltet sein)
↳ Ordner: Timelines (kurze Übersichtstabellen zu wichtigen Ereignissen in der Vergangenheit meiner Hauptfiguren)
↳ Ordner: Wesen (bei eigenen Fantasywelten)
↳ 7-Punkte-Struktur.xls
↳ Figurenübersicht.doc
↳ Ideen.doc
↳ Kalender.doc
↳ Plot.doc

Titel
Hinsichtlich der Titel von Dokumenten möchte ich auch noch einen Tipp in den Raum werfen. Dieser bezieht sich allerdings nur auf jene, die Daten beinhalten und wenn die Titelbezeichnung nicht vorgegeben ist.

Es ergibt Sinn, gerade wenn das Datum am Beginn steht, jenes rückwärts zu schreiben. Also mit dem Jahr oder dem Monat zu beginnen, denn der PC sortiert aufsteigend.

Beispiel (Abgabetermine werden im Titel vermerkt):

11.04. 7-Punkte-Struktur.doc
06.05. Kalender.doc

Der PC wird das Dokument „06.05. Kalender.doc“ vor das andere sortieren, da die „06“ niedriger als die „11“ ist. Werden die Dokumente aber zuerst mit dem Monat benannt und dann mit dem Tag, stimmt die Sortierung (bei sehr vielen Dokumenten bietet es sich an, zusätzlich noch einmal den Jahresordner nach Monaten zu unterteilen):

04.11 7-Punkte-Struktur.doc
05.06 Kalender.doc

Selbstverständlich kann es ein wenig verwirrend sein, Monat und Tag voneinander zu unterschieden, wenn es um Tagesangaben unterhalb der „13“ geht. Aber das ist eine Gewohnheitssache. Für einen schnellen Überblick im Ordner ist dieses System äußerst hilfreich.

Wie ordnet ihr eure Autorensachen? Nutzt ihr spezifische Software und wenn ja, welche?
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Zum Weiterlesen:



Mel lebt als bislang unveröffentlichte Autorin in Berlin und arbeitet seit ein paar Jahren regelmäßig an Romanprojekten, in denen sie mit jedem neuen ihre Fähigkeiten des Schreibhandwerks zu verbessern lernt. Wer sich mit ihr austauschen möchte, kann sie hier finden.