Mittwoch, 31. Oktober 2018

NaNoWriMo - Aber wofür das Ganze? - Erfolgsgeschichten

Einen ganzen Monat lang haben wir uns hier im Schreibmeer nun mit dem NaNoWriMo beschäftigt. Was ist die beste Herangehensweise? Wie bereite ich mich vor? Wen weihe ich ein? Und doch bleibt eine Frage noch ungeklärt: Wofür das alles? Kann es wirklich sein, dass aus einem Roman, den man unter Zeitdruck in einem Monat schreibt, eine Veröffentlichung werden kann, die erfolgreich ist?



Ich habe mich mal auf die Suche nach NaNoWriMo-Erfolgsgeschichten gemacht, was gar nicht so einfach ist, denn die Entstehungsgeschichte eines Buches gehört leider nicht zu den Standardangaben. Die Liste von veröffentlichten Werken, die auf der NaNoWriMo-Seite zu finden ist, ist lang. Dort ist jedoch nicht verzeichnet, ob das Buch in irgendeiner Form erfolgreich war. Ich habe aber auch ein paar Bestsellerlisten gefunden. Auf einer Seite von Bustle »8 Best-Selling-Books Written During NaNoWriMo That Show You It Can Be Done«, werden acht Bücher vorgestellt, die zu Bestsellern wurden. Darunter z.B. »The night circus« von Erin Morgenstern. Die Entstehung des Buches zog sich laut ihm allerdings über mehrere NaNoWriMos hinweg. Er begann 2003 ohne etwas Konkretes und gab bei 15.000 Wörtern auf. 2004 schaffte er zwar die 50.000 Wörter, schuf aber nichts, das ein Roman gewesen wäre. Nach einer weiteren Teilnahme und mehreren Jahren der Überarbeitung wurde das Buch dann 2011 veröffentlicht.
Sara Grüns »Water for Elephants« entstand ebenfalls im NaNoWriMo. Wie sie in ihrem Pep-talk erzählt, mit einigen Hindernissen: Ein krankes Pferd, ein kranker Hund, ein gebrochenes Bein und daraufhin Schreiben im Liegen auf dem Sofa. Doch all das hat sich gelohnt, denn ihr Buch wurde später mit Robert Pattinson und Reese Witherspoon verfilmt.
Marissa Meyer schrieb sogar den ersten Entwurf für drei Bücher während eines NaNoWrimo, die nun als »The Lunar Chronicles« bekannt sind. Ihr Ziel war es eigentlich, die meisten Wörter zu schreiben, um eine Statistenrolle bei Star Trek zu gewinnen.

Allerdings brauchen wir gar nicht so weit in die Ferne zu schauen, um erfolgreiche NaNo-Bücher zu finden.
Viele unserer Leser, die sich für Selfpublishing interessieren, dürften den Namen Anja Bagus kennen oder das Amt für Aetherangelegenheiten. Anjas erster Roman, »Aetherherz«, ist ein NaNo-Buch. Ich habe sie gebeten, mir für diesen Artikel ein bisschen was darüber zu erzählen:
Zum Schreiben sei sie eigentlich eher zufällig gekommen. Vor ihrem ersten NaNoWriMo habe sie nicht wirklich geschrieben, allerdings bereits einen Kurs »Kreatives Schreiben« besucht, außerdem habe eine Bekannte mit ihr einen Erziehungsratgeber herausgebracht. Nach dem Verlust ihres Jobs habe eben diese Bekannte sie dann auf den NaNo aufmerksam gemacht. »Ich hab „Aetherhertz“ geschrieben und danach einfach weiter gemacht«, berichtet sie. In ihrem ersten NaNo hatte sie bereits die 50.000 Wörter geschafft und ist dann weiter drangeblieben. Besonders hilfreich sei für sie das Erreichen der Zielvorgabe gewesen: »Wen interessierte es, ob der Satz „schön“ genug war, erst mal schreiben, schreiben, schreiben. Ich wollte einfach keinen Tag vergehen lassen, in dem ich nicht das Tagesziel erreichte. Das brachte mich in diese Schreibroutine und von der Hoffnung weg, die manche so haben, da käme eine Muse vorbei, oder sie warte auf dem Grund eines Weinglases. Nein, man sitzt einfach auf seinem Hintern und haut in die Tasten.«
Erste Leser aus dem Freundes- und Bekanntenkreis seien überrascht gewesen »Das liest sich wie ein ECHTES Buch!«
Einen großen Unterschied zwischen NaNo-Texten und Nicht-NaNo-Texten gebe es für sie nicht. Der NaNoWriMo habe aber den Vorteil, dass alles schneller gehe und man weniger Gelegenheit habe, zu prokrastinieren. »Aber ich kann jedem nur raten, den NaNo zu machen, der Probleme mit seinem inneren Zensor hat.«
Und heute? Das Amt für Aetherangelegenheiten ist vielen Autoren und Lesern bekannt, auf sämtlichen Messen vertreten und auch im Alltag immer mal zu finden. Ich habe z.B. auf einem meiner Besuche beim Mittelalterlichen Phantasie Spectaculum in einer der Buden ein Zertifizierungsabzeichen des Amtes entdeckt. Wenn das mal keine Erfolgsgeschichte ist. Und alles begann mit der Teilnahme am NaNoWriMo.

Also ihr Lieben. Morgen, bzw. heute Nacht ist es so weit. Der NaNoWriMo 2018 startet. Vielleicht beginnt dann, mit den ersten unscheinbaren Buchstaben, die ihr zunächst auf Papier bringt, eure ganz eigene, einzigartige NaNoWriMo-Erfolgsgeschichte?

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Über die Autorin: 
Sabrina bloggt außerdem auf: http://sabi-writing-whatever.com/