Samstag, 15. September 2018

7 Wege, wie du deinen Erfolg als Autor sichtbar machst

"Ein Autor/Eine Autorin ist nur dann erfolgreich, wenn er/sie veröffentlicht wurde!" Dieser Glaubenssatz ist noch weit verbreitet.

Es kann niederschmetternd sein, auf einen Verlagsvertrag oder einen Platz in der Anthologie zu hoffen und Absage um Absage zu kassieren. Was die meisten Autoren/Autorinnen dabei jedoch vergessen: Erfolg sollte nicht darüber definiert sein, ob sich ein Herausgeber deinem Werk annimmt. Wir Autoren und Autorinnen haben alle unsere Erfolge, die jedoch kaum jemand wahrnimmt. Nicht einmal wir und deshalb denken wir oft, dass wir gar nichts erreichen. Damit ist jetzt Schluss! 




Hier sind 7 Möglichkeiten, um deine Erfolge sichtbar zu machen:

 

1. Führe ein Schreibtagebuch, in dem du deine Wordcounts festhältst (und verdeutliche sie grafisch):

Im Profil des NaNoWriMos gibt es ganz automatisch solch einen Tracker, der anzeigt, wie viele Worte du geschafft hast, wie viele es noch zu deinem festgesteckten Ziel sind und wie viel du täglich schaffen musst, um es zu erreichen. Dein Fortschritt wird hier auch immer automatisch in einem Diagramm festgehalten.

Einige Autoren führen Excel-Tabellen, in denen sie ihre Wortzahlen eintragen und die diese ebenfalls in Graphen umwandeln. Eine Vorlage kannst du über die Seite von Marie Graßhoff herunterladen. Du kannst deinen Wordcount auch in deinen Kalender übernehmen und z.B. für jede 500- Wortmarke ein Kästchen ausmalen. Hier sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt!

Wenn du einen bereits vorgefertigten Kalender bevorzugst: Der Schreibkalender für 2019 wurde von Tinka extra für uns Autoren entworfen und lässt dich deinen Wordcount tracken. Zudem enthält er sogar noch eine digitale Tabelle zum Tracken. Auch der nächste Tipp wird in dem Schreibkalender umgesetzt. Er erscheint noch im September. Mehr Infos dazu gibt es auf ihrer Webseite.

 

2. Setze dir Ziele und feiere sie, wenn du sie erreichst

Sei dabei ruhig zu Anfang kleinschrittiger. Das funktioniert, um beim Beispiel des NaNoWriMos zu bleiben, indem du dir die 50.000 Wörter kleinhackst: Hier feiere ich beispielsweise bei 5k, 10k, 20k, 25, 30k, 40k und schließlich beim erreichten Endziel. Dabei sind die 10k und die 25k für mich noch einmal besondere Marken, weil sie die ersten großen Steine darstellen und ich mich dadurch auch etwas mehr beim Erreichen belohne. Belohnung?

Ja! Belohnung ist wichtig, weil sie dich darauf konditioniert, dass Schreiben etwas Großartiges ist, weil sie deinen Erfolg sichtbar macht und Serotonin ausschüttet. Deshalb solltest du beim Erreichen deiner Ziele (und all der kleineren Zwischenziele) innehalten und dir eine Kleinigkeit gönnen (Süßigkeiten, ein Stück Kuchen, ein Kinobesuch, ein Buch,…).

Wichtig: Setze dir realistische Ziele, die du auch erreichen kannst. Sei kleinschrittig, aber nicht zu klein, sonst verliert die Belohnung ihre Wirkung. Der kleine Boost der Belohnung gibt dir neue Motivation, die nächste Etappe anzugehen.

 

3. Schreibe deine Erfolge auf und sammle sie in einer Box/einem Glas

Suche dir ein schönes Gefäß und notiere dir jeden kleinen Erfolg auf einen Zettel, den du dann gefaltet in deinem Gefäß verstaust. Bei mir ist das eine kleine Holztruhe, das kann aber auch ein Marmeladenglas sein, das du beispielsweise mit Kreppband aufhübschen kannst.

Hier herein kommen all die Sachen, über die du dich freust. Wenn du eine Wortmarke erreicht hast. Wenn dein Manuskript bei der Hälfte angelangt ist. Wenn jemand deine Schreibe gelobt hat. Ein Kompliment an dich. Ein kleines Ziel, das du heute/in diesem Monat erreichen konntest oder wenn du einen sehr erfolgreichen Schreibabend hinter dir hast. Probiere es einfach aus, egal, wie banal es dir vorkommt.

Diese Erfolgsschachtel kannst du einmal im Jahr, etwa nach Silvester öffnen und dich freuen, wie viel du erreicht hast.

 

4. Hänge deine Urkunden auf oder gestalte eine Erfolgspinnwand

Hast du den NaNoWriMo gewonnen? Super! Dann drucke deine Siegerbescheinigung aus und hänge sie über deinen Arbeitsplatz!

Hast du dein Manuskript abgeschlossen? Bastle dir eine eigene Urkunde, die du einrahmen und aufhängen kannst! Das funktioniert auch dann, wenn du beispielsweise deine erste, schwierige Überarbeitung deines Romans abgeschlossen hast oder ein Cover für dein Projekt erstellt hast.

Ähnlich wie bei der Erfolgsbox kannst du dir auch eine Pinnwand, an die du deine erreichten Ziele heftest, über deinem Schreibtisch anbringen (oder sie digital auf deinem Laptop ablegen). Zeige deine Erfolge und sei stolz auf sie!

 

5. Vergleiche deine Schreibanfänge mit deinem aktuellen Stand

Niemanden bringt es weiter, wenn er sich mit anderen vergleicht, deren Erfolge sieht und Neid in ihm aufkommt. Was dich aber weiterbringt: Suche deine allerersten Schreibversuche heraus! Ja, genau die, die du Niemanden jemals zeigen würdest und die passwortgeschützt auf deiner externen Festplatte tief unter deinem Schrank lauern. Suche sie heraus, lies die ersten Seiten und du merkst, wie du seitdem gewachsen bist. Du wirst merken, wie anders und flüssig du schreibst, wo doch damals alles nur holprig und abgedroschen klang. Und dann erinnere dich daran, dass dein Schreiben sich immer entwickeln wird, solange du schreibst. Du wirst besser werden und in einem Jahr, in fünf Jahren, in zehn Jahren ganz anders schreiben als jetzt.

Fortgeschrittenenlevel: Wenn es dir nicht zu peinlich ist, kannst du deine Schreibanfänge mit einem Ausschnitt aus deinem aktuellen Werk auf Social Media zeigen und gemeinsam mit anderen darüber lachen.

 

6. Drucke dein geschriebenes Werk aus (und lass ggf. dein fertiges Manuskript einbinden)


Nicht nur zur Überarbeitung wird geraten, dein Werk auszudrucken und einmal auf Papier durchzugehen. Ob mit der fertigen Kurzgeschichte oder deinem Manuskript: drucke es (nach Möglichkeit auf Umweltpapier) aus und ruhe dich einmal auf dem Papierstapel, den du alleine mit deinen Ideen gefüllt hast, aus.

Bei verschiedenen Anbietern (z.B. Lulu.com oder epubli) besteht außerdem die Möglichkeit, ein Buch als Einzelexemplar zu drucken und binden zu lassen. Auch Cover kannst du dort einpflegen oder erstellen. Für etwa 15€ kannst du so dein geschriebenes Werk als echtes Buch in den Händen halten. Ein Wahnsinnsgefühl, oder?

 

7. Nimm Misserfolge nicht zu ernst


Ich weiß, ich weiß. Einfach gesagt. Doch wie oben schon erwähnt sind Verlage darauf ausgelegt, nur leicht zu vermarktende Manuskripte anzunehmen und eine Zusage auch häufig vom Geschmack des Herausgebers und der Lektoren abhängig. Auch davon, wie intensiv du dich mit dem Verlagsprogramm beschäftigst, denn oft passen entsprechende Titel nicht in das laufende Programm.

Absagen sollten dir also erst einmal keinen Anlass dazu geben, an deinem Schreiben zu zweifeln oder zu glauben, dass dein Text zu schlecht sei. Sollte der Verlag es hergeben, kannst du nachfragen, woran die Absage gelegen hat. Gerade kleine Verlage geben oft Rückmeldungen, die dich und deine Geschichte weiterbringen können. Erinnere dich daran, dass du besser wirst und konstruktive Kritik dich als Autor/Autorin wachsen lässt.

Du kannst die angesprochenen Kritikpunkte aufschreiben und deinen Text anpassen. Denn das ist ja das Beste beim Schreiben: du kannst jederzeit deinen Entwurf ändern und ihn besser machen. Sollte dein Manuskript schon mehrere dieser Überarbeitungen hinter sich haben, so stelle mal deinen Erstentwurf gegen die aktuelle Version. Dann wunder dich darüber, wie anders sich dein Text auf einmal anfühlt und wie viel besser seine Botschaft jetzt herauskommt.

Trau dich außerdem, deinen Text an Testleser zu schicken. Beachte hierbei nicht nur gute Freunde, sondern nimm bewusst auch fremde Leser und andere Schreiberling in diese Liste auf, die dir konstruktive Kritik geben können.

 

Fazit:

Schreiben ist schwer und wenn die Erfolge von außen ausbleiben, kann das ganz schön frustrieren. Trotzdem ist es eines der schönsten Hobbys der Welt. Warum? Weil wir Autoren aus Nichts ganze Welten erschaffen (und das ist wohl die größte Motivation).

Wir sind Magier, die mit Worten Charakteren Leben einhauchen und das ist doch eine Wahnsinnsleistung, oder?


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Zum Weiterlesen:


Nadine wildert unter ihrem Pseudonym "Caytoh Nezach" nicht nur in fantastisch- melancholischen Welten, sondern zwitschert auch über ihr Autorenleben zwischen Arbeit, Uni und Alltagsstress unter @CaytohNezach