Mittwoch, 25. Juli 2018

Wunschberuf: Autor - Die Vorbereitung

Wie bereits in meinem vorangegangen Artikel erwähnt, bin ich ein großer Freund von Vorbereitung und Planung. Das mag vielleicht etwas spießig wirken und hat auf den ersten Blick wenig mit dem kreativen Autorenleben zu tun. Dennoch ist eine gute Vorplanung meines Erachtens besonders wichtig, wenn es um den Einstieg in den Wunschberuf “Autor” geht. Wenn du zumindest einen ungefähren Plan davon hast, was du machen und erreichen willst, wird dir das viele Dinge erleichtern. Unter anderem die Entscheidung, hauptberuflich Autor zu werden.

 

Die großen Fragen

Im Wesentlichen gibt es wohl drei große Fragen, die du vorab für dich beantworten musst:

1. Wie bezahle ich ohne das regelmäßige Einkommen meines Brotjobs meine Rechnungen?
2. Wie organisiere ich meinen Alltag, damit ich meine Ziele erreiche?
3. Wie mache ich meinem Umfeld klar, dass es mir mit dem Schreiben ernst ist?

 

Das Finanzielle

Die Frage nach dem Geld gehört wohl zu den wichtigsten überhaupt und ist mitunter ein Grund, weshalb viele ihr Leben lang in ihrem Brotjob festsitzen und nie den Schritt wagen, Vollzeitautor zu werden. Es ist kein Geheimnis, dass das Schreiben wenig bis gar keinen Verdienst mit sich bringt. Die grundlegende Frage, die sich hier stellt ist ganz klar: Wenn ich als Autor kein Geld verdiene, wovon soll ich dann überhaupt leben?

Auf den ersten Blick scheint dieses Problem unlösbar zu sein, aber es gibt dennoch Möglichkeiten:

  • Das Polster: Es schadet nicht, wenn du dir finanzielle Reserven zulegst. Ähnlich wie ein Eichhörnchen, das sich auf den Winter vorbereitet. Du gehst mit einem besseren Gefühl an das Projekt "Autor" heran, wenn du weißt, dass du deine Rechnungen in den nächsten Monaten bezahlen kannst, auch wenn überhaupt kein Geld hereinkommt. Wie lange dieses finanzielle Polster ausreichen soll, hängt ganz von dir ab. Manche fühlen sich bereits sicher, wenn sie die nächsten 6 Monate über die Runden kommen, andere brauchen diese Gewissheit für die nächsten 2 Jahre. Lege für dich eine Zeitspanne bzw. eine Summe fest, damit du deinen Brotjob mit einem guten Gefühl loslassen kannst.

Hier noch ein kleiner Spartipp: Es ist mir klar, dass oftmals 100% des Einkommens benötigt werden, um die monatlichen Kosten zu decken. Jedoch kommt man meistens auch mit 95% aus. Die übrigen 5% kannst du dann jeden Monat beiseite legen.
  • Stunden reduzieren: Niemand sagt, dass du deinen Vollzeitjob von heute auf Morgen kündigen musst. Vielleicht hast du die Möglichkeit, Stunden zu reduzieren. Das können anstelle der 38,5 Stunden zum Beispiel 35 oder 30 Stunden die Woche sein. Vielleicht kannst du auch ein paar Stunden die Woche von Zuhause aus arbeiten. Im Home Office arbeitet man oftmals effektiver und du kannst so womöglich Aufgaben schneller erledigen. Zudem ersparst du dir (weite) Fahrtwege und womöglich auch unnötige Wartezeiten, wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bist oder wieder einmal im Stau stehst. Damit schaufelst du dir Zeit für das Autorenleben frei und kannst dir allmählich ein Standbein als Autor aufbauen.
  • Freelancing: Standbein ist das richtige Stichwort. Eine weitere Option besteht darin, dass du Jobs als Freelancer annimmst. Das kann von Ghostwriting, E-Mails beantworten, Social Media Kanäle betreuen, Grafikdesign, Übersetzungen, bis hin zu Datenbanken verwalten und virtuellen Assistenzen alles Mögliche sein. Als Freelancer arbeitest du von Zuhause aus und teilst dir deine Zeit selbst ein. Es gibt einige Plattformen, auf denen Unternehmen und Privatleute gezielt nach Freelancern suchen. Sieh dich dort einfach einmal um, vielleicht ist ja etwas Passendes für dich dabei.

Tipp: Eine Kombination aus Brotjob - Freelancing - Autorenleben kann eine gute Starthilfe sein.

 

Die Organisation

Kommen wir zu nächsten Frage: Wie organisiere ich meinen Alltag, damit ich auch wirklich zum Schreiben komme?

Wir kennen das doch alle: Der Entschluss zu schreiben, reicht nicht immer aus. Oftmals kommt das Leben dazwischen und hindert einen daran, sich ernsthaft mit dem eigenen Autorenleben auseinanderzusetzen. Selbstorganisation und Disziplin sind zwei tolle Begriffe. Aber wie kann man sie auch umsetzen?

  • Ziele setzen: Mach dir klar, was du innerhalb einer gewissen Zeitspanne erreichen willst. Bis wann soll die Geschichte geplottet, geschrieben und überarbeitet sein? Unterteile die großen Aufgaben in mehrere kleine, indem du z. B. festlegst, bis wann soundsoviele Kapitel fertig sein sollen. Bleibe dabei realistisch und kalkuliere ruhig etwas großzügiger. Es werden immer wieder unvorhergesehene Dinge dazwischenkommen, die dich von deinen Projekten abhalten. Das Schreiben soll nicht zum Stress werden. 
  • Pläne machen: Mithilfe deiner Zielsetzung kannst du planen. Wenn du weißt, bis wann eine Aufgabe erledigt sein soll, weißt du auch, wann du daran arbeitest. Ich gehe dabei so vor, dass ich am Jahresanfang für jeden Monat eine To-Do-Liste erstelle, in dem ich mir notiere, was in diesem Monat zu tun ist. Diese Monatspläne ergänze ich im Laufe des Jahres. Sonntags gehe ich den aktuellen Monatsplan durch und überlege, was davon ich in der kommenden Woche an welchem Tag mache. In diesem Wochenplan notiere ich meine Termine und Arbeitszeiten und lege fest, wann ich an meinen Blogartikeln und Geschichten schreibe, Kundenaufträge bearbeite, ins Fitnessstudio gehe, staubsauge, das Bad putze, etc.
  • Prioritätensetzung: Am Vorabend gehe ich die Aufgabenliste für den nächsten Tag durch und lege eine Reihenfolge fest. Die wichtigsten Punkte haben auch die höchste Priorität. Meistens beginne ich mit Kundenaufträgen, die bis Mittag erledigt sein sollen (das klappt natürlich nicht immer), am Nachmittag sind meine Projekte an der Reihe und am frühen Abend kommt der Haushalt.

Ich finde, auf diese Weise kann man sich gut selbst organisieren, seinen Alltag strukturieren und somit auch seine Ziele erreichen. Du kannst dieses oder ein ähnliches System ausprobieren und herausfinden, ob es dir zusagt. Außerdem ist es eine gute Übung für dich, dir außerhalb des Brotjobs Ziele und Fristen zu setzen. Wenn du weißt, dass du dich selbst organisieren kannst, ist das ein weiterer Schritt in Richtung Autorenleben.


Tipp: Ich habe mit Notizbüchern gute Erfahrungen gemacht. Ein einfaches Heft oder ein Block reichen aber auch bzw. gibt es inzwischen genügend Apps, die dich in der Selbstorganisation unterstützen.

 

Das Persönliche

Und nun zur letzten und persönlichsten Frage: Wie mache ich Freunden und Familie klar, dass es mir mit dem Schreiben ernst ist und ich Autor werden will?

Selbst wenn man die ersten beiden Fragen geklärt hat, kann man an dieser letzten Frage immer noch scheitern. Wenn die Unterstützung oder zumindest das Verständnis von Freunden und Familie fehlt, wirkt das schnell entmutigend. Ich selbst habe meinen Plan, Autorin zu werden, bisher nur wenigen Menschen mitgeteilt. Diese stehen dafür hinter mir und nehmen dieses Vorhaben auch ernst.

Wirklich vorbereiten kannst du dich auf diese letzte Frage nicht. Halte dich einfach an jene Personen, die dich unterstützen und lass dich nicht von Kritikern davon abbringen, selbst wenn sich deine eigene Mutter gegen dein Autorenleben ausspricht. Über Facebook, Twitter, Instagram und gefühlt tausend weiteren Social-Media-Kanälen kannst du dich jederzeit mit Gleichgesinnten austauschen. Sei dir einfach darüber im Klaren, dass du nicht irgendwie seltsam bist, weil du schreiben willst, während der Rest deiner Familie in regulären 40-Stunden-Jobs arbeitet. Es gibt da draußen unzählige Menschen, die ähnliche Ziele, Träume und Interessen haben wie du. Und das hat doch etwas Motivierendes, findest du nicht auch?

Worauf sollte man sich noch vorbereiten, wenn man (schrittweise) in das Autorenleben starten möchte? Schreib es gerne unten in die Kommentare.


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Zum Weiterlesen:
 


Caro schreibt Fantasy- und Liebesromane und was ihr sonst noch so einfällt. Da sie ein unverbesserlicher Stubenhocker ist, arbeitet sie von Zuhause aus als Ghostwriter und Lektorin. Unter @Caro_Stein zwitschert sie über ihr Autorenleben.