Samstag, 28. Juli 2018

Körpersprache – ein Phänomen für sich

„Die Körpersprache ist zwar stumm, aber vielsagend.“ - Helmut Glaßl

Aus eigener Erfahrung kann wohl jeder eine Situation nennen, in der die Intention des Gegenübers nicht verbal ausgedrückt wurde, sondern über Mimik, Gestik und Körperhaltung vermittelt wurde. Die Körpersprache eines Menschen verrät oft mehr, als man zunächst annimmt. Manchmal sind es offensichtliche Reaktionen wie Schwitzen bei Nervosität oder rote Flecken im Gesicht bei Aufregung und manchmal unscheinbare wie das leichte Kräuseln der Nase bei Unwillen.



„Während wir selbst unfähig sind, unsere eigene Körpersprache zu lesen, ist sie für alle Welt sichtbar.“ - Siegfried Santura 

Um als Autor eine authentische und auch aussagekräftige Körpersprache einzubauen, gilt vor allem eins: Lernen sich selbst als einen in allen Facetten kommunizierenden Menschen wahrnehmen. Es ist nicht nur wichtig, non-verbale Kommunikation bei anderen zu erkennen, sondern auch bei sich selbst. Wie aber kann ich dabei vorgehen, wenn diese nonverbalen Reaktionen zum größten Teil unbewusst vonstattengehen?

Zuerst einmal ist es wichtig zu erkennen, dass zu dem Oberbegriff der Körpersprache nicht nur die Mimik mit ihren Mikroexpressionen und die Gestik mit ihren Emblemen, Illustratoren, Affektäußerungen, Regulatoren sowie Körpermanipulationen gehören. Auch Äußerlichkeiten wie etwa Verzierungen des Körpers, der Kleidungsstil, die Stimmlage, aber auch die Bewegung(-en) des Gegenübers während des Gesprächs können für die nonverbale Kommunikation ausschlaggebend sein. Kinesik (Mimik, Gestik), Prosodik (stimmliche Ausformung der Worte) und Proxemik (Haltung / Bewegung) bilden eine zu untersuchende Einheit.

Körpersprache zu sehen und zu erkennen, bedarf schon einer Reihe an Vorkenntnissen, will man diese aber korrekt einschätzen und interpretieren, sollte man sich mit der Thematik etwas detaillierter auseinandersetzen. Natürlich kann man dafür Geld in die Hand nehmen, Fachbücher kaufen und Hochschulkurse besuchen – man muss aber nicht. Zum Einstieg in diese Thematik und um sich überhaupt erstmal bewusst zu werden, was Körpersprache alles beeinflussen kann, reicht es einen Stellungswechsel vorzunehmen. Wir müssen versuchen, von aktiven Mitmischern zu passiven Beobachtern zu werden. Wie das klappen kann? Beobachte die Menschen um dich herum pausenlos. Ja, das ist die einfachste Methode. Sollte die Figur in deiner Geschichte doch mal etwas falsch interpretieren, ist das keinesfalls schlimm. Es macht sie bloß menschlicher.


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Zum Weiterlesen:

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Wenn Fluchen zum Fluch wird
Charakterbögen – Pressen in Vorgaben oder hilfreiches Tool?

 

Jenny bloggt außerdem auf www.jennifergreve.wordpress.com/