Freitag, 1. Juni 2018

Endgegner DSGVO

Die Schreibmeer-Kolumne. Einmal im Monat dürfen unsere Autoren unter diesem Deckmantel aus den Tiefen des Schreibmeers blubbern.




Während ich diesen Beitrag schreibe, sind es nur noch wenige Tage bis das neue Datenschutzgrundverordnungsgesetz in Kraft tritt. Diese Änderung ist nur eine von vielen und doch stimmt sie mich traurig. Viele Künstler und kreative Köpfe, sehen sich gezwungen, ihre Blogs und Webseiten zu schließen, da sie sich nicht in der Lage sehen, sich mit dem Thema zu beschäftigen – ob nun finanziell oder zeitlich. Das ist nicht verwerflich. Ich möchte mit diesem Beitrag nicht verurteilen oder Vorwürfe verteilen, ich möchte nur meine Meinung kundtun und damit vielleicht zum Nachdenken anregen.

 

Was können wir Autoren also für uns daraus mitnehmen?

Das Leben ist ein ewiger Kreislauf der Veränderungen. Das hat uns schon die Geschichte von Simba in König der Löwen gelehrt. Er verlor seinen Vater, der ihm so vieles beigebracht hat, und erkannte, dass in seinem Onkel mehr Böses steckt, als er je geahnt hat. Eigentlich hätte Simba an dieser Stelle jedes Recht gehabt, seinen Kopf in den Sand zu stecken. Genau das hat er auch getan, bis er auf die wohl besten Freunde im ganzen Disney-Universum gestoßen ist: Timon und Pumba. Die Aussteiger und Lebenskünstler schlechthin. Durch sie lernte er, die Sorgen der Vergangenheit hinter sich zu lassen, und das Leben nicht so schwer zu nehmen. Die Zeit bei ihnen hat ihn zu dem König gemacht, der sich letztlich seinem Onkel stellen und ihn besiegen konnte. Und so hat diese Geschichte, trotz ihrer Tiefpunkte, sein Happy End.

Das Leben ist ein auf und ab. Und besonders empfänglich für Veränderungen jeglicher Art, sind nun einmal Künstler. Das ist gut und wichtig! Sie haben ein Gespür, um in ihrer Kunst auf Missstände aufmerksam zu machen, oder Themen anzusprechen, die gerade erst im Kommen sind. Ich liebe es, ein Künstler zu sein, und diese Stärke mein nennen zu können. Durch die Tiefpunkte in meinem Leben habe ich gelernt, dass nicht alles immer nur schlecht ist. Hätte Simba seinen Vater nicht verloren, hätte er nicht gelernt, selbst für sich und andere einzustehen. Und es lohnt sich immer, auch ein bisschen Timon und Pumba zu sein. Oder Pippi. Oder Jack – Verzeihung – Captain Jack Sparrow.

Es ist nicht immer alles so, wie es scheint. Wir finden immer Mittel, unseren Weg zu gehen. Und das müssen wir auch. Eine Gesellschaft ohne Kunst und ihre Künstler hat verloren. Auch wenn wir oft ein Leben als Außenseiter führen, sind es doch wir, die eine Gesellschaft halten und lenken – jetzt mal ganz groß gedacht. Es liegt uns im Blut, zu rebellieren, auch wenn es nur mit Worten und auf dem Papier ist. Unsere Helden kennen keine Angst, sie durchstehen jedes hoffnungslose Tal und gehen gestärkt daraus hervor.

Und so ist es auch mit der DSGVO. Ein Endboss auf dem Level, in dem wir uns gerade befinden. Es gibt Mittel und Wege, ihn zu mit ihm fertigzuwerden. Ob nun mit Hilfe oder ohne. Aber es ist möglich. Es liegt bei uns, ob wir umkehren, schon bevor wir seinen Schweiß gerochen haben, oder ob wir den Checkpoint mitnehmen, zwischenspeichern und dann mutigen Schrittes voran gehen. Noch ist nicht das letzte Wort bei diesem Thema besprochen. Noch gibt es keine Urteile. Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels, denn wir sind die wahren Helden unserer Geschichte und es liegt an uns, ob wir uns unterkriegen lassen.

Und, mal ganz klein gedacht (nur für diejenigen, die sich nicht gerne als Helden einer Gesellschaft sehen):

 

Wie wichtig bist du schon, dass du für einen großen, bösen Abmahnanwalt interessant sein könntest?

Schließ deine Webseite, nur zu. Aber denk daran, dass deine Social-Media-Seiten ein Impressum brauchen. Bisher hast du vermutlich ganz bequem auf deine Webseite verlinkt. Wie machst du das jetzt? Am besten verschwindest du ganz aus dem Netz und übergibst dein Schwert an die mutigen da draußen, die sich in der Lage sehen, die nächste Hürde anzugehen. An diejenigen, denen ihre Aufgabe als Held der Gesellschaft, ernst genug ist und die gestärkt aus der Erfahrung hervorgehen möchten.

Nenn mich verrückt, aber mit ein bisschen Abstand betrachtet, ist das doch nur eine Zwischenprüfung in deiner Karriere als Schriftsteller. Wie die verdammt schwere Klausur am Ende des ersten Semesters, um herauszufinden, wem es wirklich ernst ist.


Was bist du bereit, für deinen Traum zu tun? Willst du dich wirklich von ein bisschen technischem Firlefanz aufhalten lassen?



Die Schreibmeer-Kolumne. Einmal im Monat dürfen unsere Autoren unter diesem Deckmantel aus den Tiefen des Schreibmeers blubbern.