Samstag, 30. Juni 2018

Die sieben besten Gründe, Artikel zu schreiben

Natürlich will auch ich einmal mein Geld mit dem Schreiben literarischer Bestseller verdienen, die Leserschaft wie Kritiker*innen gleichermaßen begeistern! ;-) Doch bis es soweit ist, schreibe ich Artikel, Kolumnen, Portraits oder Interviews für diverse Zeitschriften – nicht nur mit Vergnügen, sondern auch mit Gewinn! Schreiben ist ein Handwerk, das beim Verfassen von kurzen, informativen oder auch stimmungsvollen Texten bestens erlernt und geübt werden kann.

Mit jedem Wort, das du schreibst, gewinnst du mehr an Erfahrung und mehr Sicherheit im Ausdruck! Das Schreiben von Artikeln bringt dir – auch auf lange Sicht - solide Erkenntnisse und funktionierende Arbeitsmethoden. Dieses sind für mich die sieben besten Gründe, um sie zu schreiben. 


  

1. Du erweiterst deine Allgemeinbildung.

Das Ziel von Artikeln ist es, entweder Information in verständlicher Form zu präsentieren oder aber Stimmung zu erzeugen: anregen, unterhalten, neugierig machen … Dafür musst du dich mit dem jeweiligen Thema soweit auseinandersetzen, dass du es inhaltlich fundiert und doch leicht zugänglich darstellen kannst. Dabei lernst du jede Menge interessanter Dinge, die du später auch in andere Arbeiten einfließen lassen kannst. Du kommst in Kontakt zu Expert*innen, die du bei Bedarf einmal zu Rate ziehen kannst. Und auch wenn du dir vielleicht nicht alles merken kannst, weißt du künftig, wo etwas zu lesen steht, wenn du es brauchst.

 

2. Du profitierst von Vorgaben.

Du sollst ein unsäglich trockenes Thema emotional aufbereiten? Wahnsinnig komplexe Inhalte im Rahmen von schlappen 2500 Zeichen unterbringen? Wissen vermitteln, ohne dabei mit dem erhobenen Zeigefinger zu wedeln? Glückwunsch! An Vorgaben dieser Art kannst du wirklich wachsen. Kürzen, ohne an Inhalt zu verlieren, emotional schreiben, ohne ins Sentimentale abzurutschen – das alles sind wichtige Lektionen, von denen du definitiv auch dann profitieren kannst, wenn du deine eigene literarische Welt entwickelst oder Gefühle für deine Protagonist*innen wecken willst.

 

3. Du lernst, deine Arbeit zu strukturieren.

Am Anfang ist das Artikelschreiben noch eine Herausforderung – aber Text für Text gewinnst du an Routine und Sicherheit. Du kannst bald abschätzen, wie lange du für einen Text brauchst. Du erfährst, wie die optimale Herangehensweise für dich ist: Brauchst du einen konkreten Aufbau vorab als Gerüst, oder kannst du „drauflos“ schreiben, ohne die wichtigsten Punkte aus den Augen zu verlieren? Helfen dir Stichworte? Verwendest du gerne Zitate? Schreibst du lieber am Stück oder mit vielen kleinen Pausen? Wie kommst du am schnellsten voran? Und das Beste: Du eignest dir „ganz nebenbei“ eine Disziplin beim Schreiben an, die dir bei deinem großen Romanwerk sehr hilft.

 

4. Du behältst deine Zielgruppe im Blick.

Wenn du eine Zeitlang Artikel geschrieben hast, wirst du merken, dass du irgendwann bei jedem Textauftrag erst klärst, für welche Zielgruppe er gedacht ist. Für ein Frauenmagazin schreibst du anders als für ein Expertenblatt; jedes Magazin, für das du schreibst, pflegt im idealen Fall einen ganz eigenen Stil, in dem es seine Leser*innen anspricht. So lernst du, welches Wissen du voraussetzen darfst und wo Erklärungsbedarf besteht. Nicht immer ist die Zielgruppe identisch mit dir selbst, deinen Interessen, deinem Hintergrund. Das schult, nicht „in den leeren Raum hinein“ zu schreiben, sondern mit deiner Leserschaft im Visier.

 

5. Du begegnest dem besten Mittel gegen Schreibblockade.

Ganz einfach: der Abgabetermin – der auf englisch so treffend „Deadline“ genannt wird. Auch wenn du am Anfang vielleicht Probleme damit hast, unter Druck zu arbeiten, und lieber auf die Inspiration warten würdest, wirst du bald erkennen, dass diese allein für sich nicht immer über das optimale Timing verfügt. Druck ist im Grunde dein Freund: Du kannst natürlich Ewigkeiten damit verbringen, einen einzigen Absatz wieder und wieder umzuschreiben oder das leere Blatt anzustarren. Oder aber du lernst, dich vom herannahenden Abgabetermin beflügeln zu lassen. Je öfter du mit der „Inspiration der letzten Minute“ arbeitest, desto leichter wird es dir fallen.

 

6. Du verdienst etwas.

Das ist natürlich nie verkehrt. Als „Brotjob“, während man nebenher am großen literarischen Wurf arbeitet, ist es geradezu ideal - und auch als kleines Zubrot nebenher nicht zu verachten. Artikelschreiben ist wie ein intensiver Workshop, für den du nichts bezahlen musst, sondern im Gegenteil sogar noch bezahlt wirst. Das spricht doch für sich.

 

7. Du wirst „sichtbar“.

Was du schreibst, wird gedruckt oder gepostet und gelesen. Das ist die ideale Voraussetzung, deine Arbeit der Welt zu präsentieren. Du kannst nicht nur Arbeitsproben vorlegen, wenn du solche brauchst, sondern wirst auch im Netz schneller gefunden. Und wer weiß: Vielleicht wird irgendwann jemand durch einen solchen Text auf dich aufmerksam und schlägt dir ein gemeinsames Projekt vor, bietet dir einen Vertrag an oder einen Platz in einer Anthologie. Alles schon vorgekommen.


Also dann – ran an das Artikelschreiben! Wie du sie in Magazinen unterbringst, erfährst du im nächsten Monat hier im Schreibmeer.

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Zum Weiterlesen:
 


Martina Pahr lebt vom Schreiben und in München - und zwar beides sehr gern. Mehr zu und von ihr auf www.martinapahr.de