Mittwoch, 18. April 2018

Marketing in bewegten Bildern – drei gute Gründe für Videomarketing

Manchmal weiß ich schon bevor ich mein Bett verlassen habe, was drei verschiedene Menschen gefrühstückt haben, ohne dass ich mit meinem Freund ein Wort gewechselt hätte. Mit dem Smartphone in der Hand liege ich im Bett und sehe anderen Menschen wortwörtlich in den morgendlichen Kaffee und auf den Frühstücksteller. Instastories sind für mich der Shit. Zweimal am Tag konsumiere ich die Bilder und 15-sekündigen Videos der Profile, die ich abonniert habe. Ich bin regelrecht süchtig danach, habe aber auch verstanden, wie ich dieses Medium für mich nutzen kann. Drei der wichtigsten Gründe für Videomarketing habe ich heute für euch in zusammengefasst. 



1. Wiedererkennungswert erhöhen

Schon auf meiner ersten Buchmesse bin ich Menschen begegnet, die ich nur aus dem Internet kannte. Bei einigen hatte ich keine Ahnung, wer sie waren, obwohl ich mit ihnen bei Facebook befreundet bin. Sie teilen kaum Bilder von sich selbst. Sind in der Hinsicht sehr zurückhaltend. Und auch das Profilbild ziert ein Avatar oder Buchcover. Von den anderen hatte ich zumindest eine Vorstellung davon, wie sie im echten Leben aussehen müssten. Hin und wieder wird ein Selfie gepostet und das Profilbild zeigt eine menschliche Person.

Letztere aber zeigen sich in Action. Gemeint sind größtenteils Menschen, die sich mutig vor der Kamera zeigen. Ob nun in Youtube-Videos, Videos auf Facebook oder in den Instastories, ist egal. Hier bekomme ich nicht nur eine Vorstellung vom Aussehen, sondern ich lerne diese Menschen über ihre Mimik, Gestik und Stimme kennen. Außerdem bleibt der Blick an einem Video länger hängen, weil es unsere Aufmerksamkeit erregt.

 

2. Selbstkompetenzen stärken

Mein erstes Video habe ich auf Youtube hochgeladen. Vor und bei der Aufnahme war ich sehr nervös und das hat man mir auch angesehen. Dazu kommt, dass ich ein großes Problem damit habe/hatte, vor Menschen zu sprechen. Immer wenn ich im Mittelpunkt stehe und mir Leute zuschauen und zuhören, werde ich extrem unsicher. Mir wird heiß und ich fange an zu schwitzen. Normale Menschen werden rot, ich bekomme rote Flecken im Gesicht, am Hals und Dekolleté. Manchmal fangen die Leute an, (darüber?) zu tuscheln. Das ist sehr unangenehm. Ich werde noch unsicherer, verhasple mich.

Allerdings konnte ich mich durch das Sprechen in die Kamera stark verbessern. Meine Stimme ist wesentlich ruhiger geworden und nicht mehr so hoch. Ich werde nicht rot und bin sehr entspannt, während ich in die Kamera rede. Langfristig glaube ich, dass mir diese Kompetenz im Autorenleben weiterhelfen wird, zum Beispiel, wenn ich Lesungen gebe.

 

3. Leser an sich binden

Mit Hilfe von Videos ist man seinen Zuschauern näher. Das habe ich gemerkt, als ich das erste Mal Menschen getroffen habe, die ich sonst nur über Youtube kannte. Durch die Videos wurden sie zu „echten“ Menschen für mich, die Dinge tun und von sich erzählen. Ich hatte das Gefühl, ich würde sie kennen.

Die nächsten Videos habe ich über Facebook live veröffentlicht. Einmal die Auslosung eines Gewinnspiels und dann gemeinsam mit dem Schreibmeer-Team das Auspacken der Printausgabe vom Gruselmeer. Mir hat es super viel Spaß gemacht und auch die Teilnehmer waren begeistert, weil ich auf sie eingehen konnte. Ähnlich verhält es sich mit den Instastories. Der Livecharakter macht meiner Meinung nach sehr viel aus. Es müssen keine perfekten Videos sein, interessant ist der Einblick in das Leben des Autors. Was tut er jetzt gerade? Schreibt er vielleicht schon an dem Buch, das ich in ein paar Monaten lesen werde? Die Leser sind beim Prozess dabei und das macht die Sache spannend. Natürlich ist das auch über Youtube-Videos der Fall – nur für mich persönlich sind sie zu schnell veraltet für die Dinge, die ich dort teilen möchte.

 

Welche Videoarten kann ich wie nutzen?

Facebook

Videos haben die höchste Reichweite der unterschiedlichen Posts auf Facebook. Das ist nachvollziehbar, denn dem Netzwerk ist daran gelegen, dass die Nutzer möglichst lange auf dieser Plattform verweilen.

Du kannst allerdings nicht nur Videos posten, sondern auch über deine Facebook-Seite live gehen. Generell glaube ich, dass sich Livevideos langfristig durchsetzen. Sie bieten sich super an, um die Interaktion zu erhöhen, denn der Livecharakter ist besonders verlockend, um einen Autor noch näher kennenzulernen. Es bietet sich an, die Fragen der Fans zu beantworten, oder auch, um Lesungen zu veranstalten und seine Bücher vorzustellen. Natürlich solltest du auch in einem Livevideo zu erkennen und zu hören sein. An erster Stelle steht hier nicht die Qualität, sondern der Informationswert.

Facebook bietet zwar auch eine Storyfunktion an, allerdings glaube ich, dass diese Plattform nicht das richtige Medium dafür ist.

 

Youtube

Das Netzwerk für hochwertige Videos ist Youtube. Es ist für den Konsumenten stressfreier, weil die Videos online bleiben, solange sie nicht aktiv von der Plattform genommen werden. Besonders gut geeignet hierfür sind Buchtrailer und Lesungen – gerne auch Live.

Da für mein Empfinden Youtube zeitlich ziemlich „steif“ und unflexibel ist, nutze ich für mein Leben gern Instagram, um meinen Lesern Einblicke in meinen Alltag zu geben. Vieles hat sich schon erledigt oder ist nicht mehr aktuell, wenn ich es schaffe, ein Video online zu stellen. Mir persönlich sind die Videobearbeitung und technischen Aspekte zu aufwändig.

 

Instastories

In den Instastories kann man sogar richtig gut mit den Zuschauern interagieren, weil man fast live Informationen übermittelt. Das ist für mich der größte Pluspunkt. So können sie zeitnah interagieren. Je mehr deiner Abonnenten mit dir interagieren, desto mehr Spaß macht es, Instastories zu drehen.

Inhaltlich ist einfach alles möglich: von Einblicken in dein (Autoren)Leben bis hin zu Informationen über deine Projekte und Veröffentlichungen. Du kannst dir ein Konzept und verschiedene, regelmäßige Formate überlegen oder hin und wieder auch live gehen. Ähnlich wie bei der Facebookfunktion kannst du so Fragen deiner Zuschauer beantworten.

Der große Vorteil von Instagram liegt für mich darin, auch von nicht-Abonnenten gefunden und gesehen zu werden: durch Hashtags, die in die Story eingefügt werden können.



Jede Plattform hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Hier wollte ich meine persönlichen Gründe für oder gegen die eine oder andere zeigen. Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob und welche Art von Videos er für sein Marketing nutzen möchte. Zudem ist natürlich auch entscheidend, in welchem Netzwerk deine Zielgruppe unterwegs ist. Aber die wichtigste Regel, wie bei allen anderen Marketingstrategien auch: nerve deine Zuschauer nicht mit einer „Dauerwerbesendung“! Teile auch mal lustige Dinge aus deinem Alltag.

Inspirierende Accounts sind zum Beispiel „The loony Life“ von Laura Newman auf Youtube oder Benjamin Spang auf Instagram. Schaut gern mal bei ihnen vorbei


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Zum Weiterlesen:

 



Tinka Beere liebt es, in andere Welten einzutauchen, und schreibt Geschichten mit einem fantastischen Touch. Darüber hinaus begeistert sie der Austausch mit anderen Autoren, denen sie mit hilfreichen Tipps gerne zur Seite steht. Auf Instagram nimmt sie uns als @tinkabeere mit durch ihren Alltag als Autorin.



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