Samstag, 14. April 2018

Social Media – Brauch ich das wirklich?

Januar 2017. Während draußen das Feuerwerk knallt und nebenan das Gläserklirren meiner Nachbarn zu hören ist, sitze ich vor dem Laptop und starte das neue Jahr schreibend. Dieses Mal habe ich mir nur einen einzigen Vorsatz gemacht, aber ich bin fest entschlossen, ihn umzusetzen: Ich will mein erstes Buch im Selfpublishing herausbringen. 


Einige Wochen später habe ich meinen Twitteraccount entstaubt, meine Facebook-Seite eröffnet und mir manisch alle Bücher und Artikel über das Veröffentlichen im Selbstverlag durchgelesen, die mir in die Hände gekommen sind. In einem Punkt scheinen sie sich alle einig zu sein: Um mein Buch zu vermarkten, brauche ich Social Media. Worte wie Regelmäßigkeit, Content und Zielgruppe wurden mir an den Kopf geworfen und irgendwann hatte ich das Gefühl, noch weniger zu wissen als zuvor.

Inzwischen ist mehr als ein Jahr vergangen und ich habe nicht nur ein, sondern bereits zwei Bücher veröffentlicht. In dieser Zeit hat sich meine Meinung von Social Media gewandelt und ich sehe die Dinge nicht mehr ganz so streng wie zuvor. Als Erstes: Nein, du brauchst Social Media als Autor*in nicht. Aber du brauchst es auf jeden Fall, wenn du als Autor*in erfolgreich sein willst – ganz egal, ob nun mit einem Verlag im Rücken oder im Selfpublishing.

Nun stellt sich unweigerlich die Frage: Was spricht denn überhaupt für Social Media? In erster Linie erlauben einem die Sozialen Netzwerke, Reichweite zu generieren und somit auf die eigenen Bücher aufmerksam zu machen. An dieser Stelle muss ich klarstellen, dass man Social Media nicht in erster Linie als Werbeplattform betrachten sollte. Ich sehe viele Autor*innen auf Instagram und Facebook, die lediglich posten, um ihr Gewinnspiel oder ihre neuste Preisaktion zu bewerben, und seien wir mal ehrlich: Wer will schon einer reinen Werbeschleuder folgen? Wichtig ist, dass man auf seinem Account überwiegend Dinge postet, die auch für andere interessant sein könnten: Bilder oder Anekdoten aus dem Alltag, Tipps und Tricks rund ums Autorenleben oder die Empfehlung eines neuen Buches oder Films.

Bei Social Media dreht sich alles um Interaktion: sowohl mit den Leser*innen, als auch mit andern Autor*innen. Der direkte Kontakt fördert die Sympathie und das gegenseitige Vertrauen und führt nicht selten dazu, dass man neue Freundschaften schließt. Das mag möglicherweise zu keinen direkten Buchverkäufen führen, fördert aber längerfristig deine eigene Persönlichkeit als Marke.

Natürlich gibt es auch gute Gründe, die gegen eine Präsenz in den Sozialen Netzwerken sprechen. Social Media ist sehr zeitaufwendig, wenn man es richtig macht: Man muss nicht nur seine Zielgruppe finden und festlegen, man muss auch regelmäßig relevanten Content produzieren – wertvolle Zeit, die man zum Schreiben nutzen könnte. Außerdem kann es sehr frustrierend sein, wenn es nicht so läuft, wie man es gerne hätte.

Im Endeffekt wird trotzdem keine Autor*in und kein Autor, der wirklich etwas erreichen möchte, an Sozialen Netzwerken vorbeikommen. Mein Tipp: sich auf eine Plattform festlegen, auf der sich nicht nur die eigene Zielgruppe befindet, sondern die man persönlich auch mag. Nur, wenn man Spaß an der Sache hat, schafft man es, regelmäßig zu posten und seinen Account weiter aufzubauen. Geduld und Hartnäckigkeit sind hier die Zauberformeln zum Erfolg.


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Zum Weiterlesen:




Evelyne Aschwanden wurde bereits als Kind vom Schreibvirus erfasst und erschafft seitdem fantastische und teils verrückten Welten auf Papier. Als Meisterin der Prokrastination und hoffnungslose Träumerin zwitschert sie unter @EvelyneC_A über die Höhen und Tiefen des Autorenlebens.


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