Samstag, 2. Dezember 2017

Bloggen für Anfänger: In 7 Schritten zum eigenen Blog (1. Teil)

Sie sprießen gerade wie Pilze aus den Boden und kaum ein Autor hat sich nicht wenigstens einmal Gedanken darüber gemacht, einen zu starten. Die Rede ist von Weblogs, kurz Blogs. Bloggen ist ein tolles Hobby, das so manch einer schon zum Beruf gemacht hat.

Doch wie startet man einen Blog? Was muss man alles beachten und was sollte man mitbringen, wenn man unter die Blogger gehen möchte? In der folgenden Artikelreihe möchte ich dir in sieben Schritten wertvolle Tipps an die Hand geben, wie du erfolgreich in die Blogosphäre einsteigen kannst.


Wir starten heute mit den ersten zwei Schritten: den Voraussetzungen zum Bloggen und dem Finden eines Blogthemas.

Kurze Anmerkung noch, bevor wir loslegen: man kann sowohl „das Blog“ als auch „der Blog“ sagen. Ich habe mich für die maskuline Form entschieden. Nur, damit du dich nicht wunderst, falls du an „das Blog“ gewöhnt bist.


Schritt 1: Voraussetzungen zum Bloggen

Um erfolgreich zu bloggen, sollte man ein paar Voraussetzungen mitbringen. Bloggen ist nicht für jedermann, vor allem wenn man es wirklich ernsthaft betreiben möchte.


Fachwissen

Zunächst einmal ist ein gewisses Sachverständnis für dein Blogthema wichtig. Egal ob du über Bücher, das Autorenleben, Mode, Reisen oder etwas anderes bloggen möchtest, du solltest dich über dein Thema möglichst gut auskennen und auf dem Laufenden sein, wenn es Neuerungen zum Thema gibt.


Kontaktfreudigkeit

Du solltest dich nicht scheuen, online neue Kontakte zu knüpfen. Entweder mit anderen Bloggern oder potenziellen Lesern. Es ist hilfreich, sich mit anderen Bloggern zu vernetzen, indem man die Beiträge des anderen kommentiert und dadurch möglicherweise auch Kommentare für eigene Inhalte erhält. Bekommt man wiederum selbst Kommentare, ist es wichtig, darauf zu reagieren. Vielleicht stellen die Leser ja Fragen, die du in einem weiteren Blogpost beantworten kannst. Selbstverständlich ist hier in erster Linie die Kontaktfreudigkeit online gemeint und nicht offline. Wobei letzteres sicher auch nicht schadet.


Talent

Ein gewisses Talent gehört natürlich auch dazu. Du solltest gute Texte verfassen können, Ahnung von Fotografie haben, wenn du einen Fotoblog führen möchtest oder das nötige Know-how haben, um Podcasts oder Videos zu erstellen. 

Wenn du hauptsächlich Blogbeiträge schreibst, solltest du gut formulieren können und Grammatik und Rechtschreibung beherrschen. Es gibt nichts Nervigeres, als ein Blogpost, der voller Fehler ist. Das macht das Lesen mühsam und hinterlässt keinen guten Eindruck.

Möchtest du hauptsächlich Fotos teilen, Podcasts oder Videos erstellen, dann solltest du die nötige technische Ausstattung besitzen und das Handwerk beherrschen oder zumindest bereit sein, es zu lernen und die kontinuierlich zu verbessern. Blogs mit durchschnittlichen Fotografien oder verwackelten Videos gibt es viele – da ist es wichtig, dass du dich von der breiten Masse abhebst.


Begeisterung und Durchhaltevermögen

Wenn du ein Blogprojekt startest, solltest du einen gewissen Enthusiasmus besitzen, denn wenn du begeistert an dein Projekt herangehst, werden auch deine Leser begeistert sein. Freude steckt an.

Außerdem: Wenn du für deinen Blog brennst, dann wirst du auch Durststrecken und Tage mit geringer Motivation gut überstehen. Denn solche Tage und Wochen werden kommen. Gerade am Anfang, wenn man noch nicht so viele Leser hat, ist es manchmal schwierig, motiviert zu bleiben und durchzuhalten.


Zeit

Sie ist eine knappe Ressource und doch ist es wichtig, sie zu haben: Zeit. Sei dir im Klaren darüber, dass ein Blog viel Arbeit bedeuten kann. Da ist es manchmal gar nicht so einfach, neben Job und Familie auch noch Zeit zum Bloggen zu finden.

Es ist ja nicht nur das Schreiben von Beiträgen, das regelmäßig Zeit einfordert. Sondern auch die Erstellung des Blogs, das Beantworten von Kommentaren, das Teilen der eigenen Beiträge auf Social Media, Kontakte knüpfen mit anderen Bloggern, usw.

Du solltest also genügend Zeit einplanen, wenn du deinen Blog starten möchtest.


Mut zum Ich

Beim Bloggen solltest du etwas von deiner Persönlichkeit preisgeben. Leser lernen den Blogger gerne kennen und wollen wissen, wie er tickt. Gerade wenn der Blogger Themen anspricht, die seine eigene Meinung widerspiegeln, wollen Leser gerne wissen, wer hinter den Artikeln steckt.

Was du auf keinen Fall tun solltest, ist dich zu verstellen. Sei einfach du selbst, denn wenn du nicht authentisch bist, fällt das unter Umständen schnell auf und wirft ein negatives Licht auf dich. 


Technikkenntnisse

Mit den heutigen Blogsystemen wie Blogger.com oder WordPress ist es ziemlich einfach, ohne große Kenntnisse einen Blog zu erstellen.

Doch falls du dich mit HTML, CSS oder PHP auskennst, bist du klar im Vorteil. Dann kannst du deinen Blog nämlich individuell anpassen und gegebenenfalls auch selbst hosten. 


Schritt 2: Das Thema für deinen Blog

Wenn du unter die Blogger gehen willst, brauchst du natürlich erst einmal ein Thema, über das du bloggen magst. Das kann alles Mögliche sein. Folgende Blogarten gibt es:
  • Reiseblogs
  • Fashionblogs
  • Buchblogs
  • Lawblogs
  • Foodblogs
  • Edublogs (zum Thema Bildung)
  • Autorenblogs
  • Warblogs (zum Thema Kriegsgeschehen)
  • Newsblogs (zum Thema Neuigkeiten aller Art)
  • Computerblogs
  • Medizinblogs
  • Umweltblogs 
  • usw.

Es gäbe noch eine ganze Reihe anderer Blogarten, aber ich denke, du hast schon einmal einen guten Eindruck von dem bekommen, was es so alles gibt. Jetzt bist du an der Reihe. Welches Thema soll dein Blog behandeln?

Hier noch ein paar Tipps, die du beachten solltest, wenn du dein Blogthema auswählst:


Hat das Thema einen Bezug zu mir?

Da du dich längerfristig mit deinem Blogthema beschäftigen wirst, ist es wichtig, dass du einen Bezug dazu hast. Du kannst dich daher fragen:
  • Was kann ich besonders gut?
  • Welche Hobbys und Interessen bieten Stoff zum Bloggen?
  • Kann ich meine beruflichen Kenntnisse einsetzen? 

Am besten fertigst du dir dazu eine Mindmap an. Schreibe in die Mitte den Begriff „Blogthema“ und verzweige dann alle Ideen, die dir dazu einfallen. All deine Hobbys und Interessen sind mögliche Blogthemen, doch du solltest diesen Tätigkeiten schon etwas länger nachgehen, damit du dir sicher sein kannst, dass dich dein Blogthema auch in ein paar Jahren noch begeistert. Schließlich willst du ja längerfristig einen Blog anlegen.


Welche Bandbreite hat mein Thema?

Wenn du ein paar mögliche Themen gefunden hast, überlege dir, welches Potenzial diese Ideen haben. Gibt es genug Dinge, über die du schreiben kannst, wenn du dieses Thema auswählst? Oder ist das Thema nach wenigen Beiträgen schon erschöpft? Achte darauf, dass du dein Thema weder zu eng, noch zu weit fasst.

Du solltest dir bei diesem Punkt zusätzlich überlegen, ob du einen Mischblog oder Nischenblog betreiben möchtest. Ein Mischblog behandelt mehrere, mehr oder weniger zusammenhängende Themen, z. B. lesen, schreiben, reisen.

Ein Nischenblog hingegen widmet sich einem ganz bestimmten Thema, z. B. vegane Ernährung.


Ist mein Thema langfristig bedeutend?

Frage dich, ob dein Thema langfristig von Bedeutung ist. Vorübergehende Modeerscheinungen sind kein ideales Blogthema, da sie schnell veralten.

Wenn du also z. B. das Thema „Windows 10“ für deinen Blog auswählst, wird das in ein paar Jahren keiner mehr lesen wollen. Wählst du allerdings das Thema „Windows“ und veröffentlichst Artikel zu Neuerungen der Microsoftprodukte, dann ist das auch in der Zukunft noch interessant.


Wird mein Thema nachgefragt?

In erster Linie bloggst du ja nicht für dich allein, sondern für deine Leserschaft. Da wäre es natürlich gut zu wissen, ob dein Blogthema auch nachgefragt wird. Das kannst du einfach herausfinden, indem du die Keywords deines Themas bei Google oder anderen Suchmaschinen eingibst und das Suchvolumen recherchierst.

Keywords sind Schlüsselwörter, die mit deinem Blog zusammenhängen. Für einen Autorenblog wären „Buch schreiben“, „Autorenleben“ oder auch „Plotmethoden“ mögliche Keywords.


Wer ist die mögliche Konkurrenz?

Wenn du das Suchvolumen kennst, wäre es noch wissenswert, ob es eine große Konkurrenz gibt.

Hast du schon mal in die Kommentare anderer ähnlicher Blogs geschaut? Da werden oft auch Blogs verlinkt. Oder in Blogrolls von dir bekannten Bloggern. Blogrolls sind Listen mit Blogs, die dem Blogger gefallen. Sie sind oft in der Seitenleiste eines Blogs angebracht.

Mehr Tipps zum Thema Konkurrenzanalyse gibt es in Schritt 5 im zweiten Teil der Artikelreihe.


Wort zum Schluss

Ich hoffe, dass der erste Teil meiner Artikelreihe hilfreich für dich war. Falls du noch Fragen hast oder etwas ergänzen kannst, darfst du das gerne in den Kommentaren tun.

Nächstes Mal beschäftigen wir uns mit der Namensfindung, Zielgruppendefinition und Konkurrenzanalyse.

Ich habe das Wissen während meines Fernstudiums bei der Studiengemeischaft Darmstadt (SGD) zum Weblogger erworben und mich beim Schreiben dieses Artikels an den Inhalten dieses Fernlehrgangs orientiert.
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Benutzte Quellen:
Scheer, Corinna: BLG01. Von der Idee zum Blog. (Teil 1). Darmstadt. 2015
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Zum Weiterlesen:


Mimi bloggt auf www.myna-kaltschnee.com über Bücher und das Schreiben. Ihre Geschichten sind in den Genres Horror, Fantasy und Science Fiction zu Hause.

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