Mittwoch, 2. August 2017

Vielfalt bei Fabelwesen

Im Juni habe ich einen Beitrag über Diversity in Büchern geschrieben. Dort habe ich hauptsächlich über die Themen Rassismus und die Sexualität der Charaktere gesprochen. Während des Schreibens habe ich mit einer Freundin darüber diskutiert, die mich die ganze Zeit davon überzeugen wollte, doch auch etwas über Fabelwesen zu schreiben, es würden in Büchern doch immer die gleichen auftauchen. Da dies aber nicht zu meiner Kernaussage im Text gepasst hat, musste ich sie leider enttäuschen. Der Gedanke lässt mich nicht mehr los. Sie hat natürlich vollkommen recht damit: Vampire, Elfen, Dämonen, all das haben wir doch schon zur Genüge gelesen. Engel waren eine Zeit lang auch stellenweise im Trend.



Alles in allem sind das ja durchaus attraktive Zeitgenossen, wenn man die Dämonen mal außen vorlässt, die können schon recht gruselig aussehen. Es zeichnet sich auf jeden Fall ab, dass durchaus Wert auf die Schönheit der Wesen gelegt wird. Klar, niemand will mit einem Guhl verkuppelt werden, denn zumindest die aus Harry Potter machen nicht gerade den besten Eindruck. Laut Mythologie handelt es sich dabei um leichenfressende Dämonen, alles andere als attraktiv, so viel ist sicher.

Doch ich glaube nicht einmal, dass es ausschließlich um das Aussehen der Figuren geht. Nicht nur gibt es unzählige Dämonenarten, die unterschiedlich grausam sind, sondern auch viele Möglichkeiten, die ganze Mythologie zu interpretieren. Es gibt Vampire, die glitzern, andere verbrennen in der Sonne. Es gibt Halbvampire, die unterschiedliche Fähigkeiten von ihrem vampirischen Elternteil erlangen, dabei sollte es rein technisch unmöglich sein, dass ein Vampir ein Kind zeugt. Der Spielraum bei diesen mythischen Figuren ist einfach sehr groß.

Weniger populär, aber dennoch bekannter als viele andere Fabelwesen sind Nymphen, Meerjungfrauen oder auch Werwölfe. Auch Zombies kennen und lieben viele Menschen. Seit Shrek hat sich auch der Oger etwas … nun ja ich würde nicht etabliert sagen, aber er ist definitiv aus seiner dunklen Ecke gekrochen. Gestaltwandler gibt es mittlerweile in jeder Form und auch Götter werden gerne für Geschichten herangezogen, allen voran die herrliche Interpretation von Loki durch Tom Hiddleston.

Auch im Kommen sind gerade Dschinn. Spätestens seit dem vorlauten Dschinn Bartimäus sind auch diese salonfähig geworden. Flaschengeister und all ihre unzähligen Unterstufen bieten aber noch so viele Möglichkeiten, die noch lange nicht ausgeschöpft sind.

Doch was ist mit den Fabelwesen, die lange in Vergessenheit geraten waren? Ich rede hier nicht von dem ganzen Irrsinn, den die Menschen im Mittelalter geglaubt haben, von wegen Wesen mit nur einem großen Bein oder nur einem Auge oder Ohr. Was man da für Bilder im Internet findet, ist wahrlich beängstigend.

Was ich meine, sind zum Beispiel Kelpie oder Selkie, Wolpertinger, Phönixe, Gargoyles. Wesen auch aus dem Perserreich und dem alten Orient, Figuren aus arabischen oder asiatischen Mythologien, die uns überhaupt nicht vertraut sind. Auch die russische bzw. osteuropäische Mythologie bietet ein unglaubliches Potential. Wann habt ihr zum Beispiel das letzte Mal etwas über Baba Jaga gelesen oder Väterchen Frost? Besonders toll finde ich auch die Túatha Dé Danann, die den Elfen sehr ähnlich sind und als Befreier Irlands gelten.

An dieser Stelle im Text habe ich noch nicht einmal von Drachen, Riesen oder Geistern gesprochen. Auch hier gibt es viel Spielraum für Interpretationen, die über Eragon hinausgehen.

Dank des Internets können wir Wochen und Monate damit verbringen, Artikel über verschiedene Kulturen und ihre Sagen zu lesen. Diese Möglichkeit der Recherche gab es früher nicht und ich denke, wir sollten sie ausgiebiger nutzen und uns hin und wieder darin verlieren, zehn Artikel zu Selkies lesen, in denen sie alle unterschiedlich beschrieben werden. Ich finde es überaus inspirierend, mich durch die Artikel tragen zu lassen und habe so schon die ein oder andere skurrile Idee entdeckt. Über etwas andere Fabelwesen in Büchern würde ich mich auf jeden Fall sehr freuen.

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Zum Weiterlesen:



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Kommentare:

  1. Vielleicht freut es Dich, dass ich zurzeit, das heißt: und schon etwas länger an einem Fantasy-Roman schreibe, dessen Helden ein Wassermann, ein Werwolf und eine Nixe sind. Ach ja: Selkies kommen auch vor.

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  2. Hi dear, i'm a new follower of your nice blog, can you follow mine? :)
    https://amoriemeraviglie.blogspot.it/

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