Samstag, 8. April 2017

Ohren auf! - Podcasts erstellen (Teil 2)

Es gibt sie über alle möglichen Themen und sie erfreuen sich großer Beliebtheit: Podcasts sind aus der Online-Welt nicht mehr wegzudenken. Deshalb fand ich, dass es an der Zeit sei, dieses Thema einmal näher zu beleuchten. Denn schließlich werden Podcasts auch von Autoren geschrieben.

Da das Thema sehr umfangreich ist, werde ich es auf zwei Artikel aufteilen. Der erste Teil wurde bereits veröffentlicht und du findest ihn hier. Im heutigen Artikel erfährst du, wie du deine Podcasts planen kannst, welche Regeln es zu beachten gibt und wo du sie nach der Erstellung hochladen kannst. 


 

 

Wie plane ich meinen ersten Podcast?

Wenn du weißt, worüber du in deinem Podcast reden möchtest und dir die nötige Ausrüstung zugelegt hast, kann’s losgehen. Aber halt! Eine gute Podcast-Produktion will organisiert sein.

Zunächst einmal solltest du dir überlegen, ob du deinen Podcast frei sprechen oder dir ein Skript schreiben möchtest. Das kommt in erster Linie auf deine Persönlichkeit an – bist du eine sehr redegewandte Person? Dann ist frei sprechen vielleicht besser. Hast du Angst, dass dir nichts Gescheites einfällt, sobald du auf „Record“ klickst? Dann solltest du dir ein Skript schreiben – aber achte darauf, dass du flüssig liest, gut betonst und es sich möglichst nicht zu steif und „abgelesen“ anhört.

Damit du einen Überblick über den Ablauf deines Podcasts hast, kannst du dir einen Ablaufplan anlegen. Der könnte folgendermaßen aussehen:
  1. Anfangsmusik oder Jingle
  2. Moderation: Begrüßung und Thema deines Podcasts
  3. Station-ID
  4. Eigentlicher Podcast-Beitrag
  5. Abmoderation: Verabschiedung, evtl. Nennung von Kontaktdaten oder Social Media
  6. Schlussmusik oder Jingle

Unter einer „Station-ID“ versteht man ein Jingle, bei dem z. B. die E-Mailadresse oder URL zur Homepage oder zum Blog genannt wird.

Wenn du die Sache ganz professionell angehen möchtest, kannst du dir sogar ein Drehbuch für deinen Podcast erstellen. Darin ist ganz genau geregelt, was nacheinander kommt – noch übersichtlicher und detaillierter als im Ablaufplan.

Ein Drehbuch könnte z. B. folgendermaßen aussehen:
  1. Anfangsjingle (00:30 min)
  2. Musik 1: „Titel A“ von Künstler X (01:00 min)
  3. Moderation 1: Begrüßung (nach 10 Sekunden Musik einsetzen, Musik herunterpegeln)
  4. Eigentlicher Podcast-Beitrag (hier kannst du deinen Beitragstext einfügen; Musik beim Sprechen ausblenden, danach wieder einblenden)
  5. Musik 2: „Titel B“ von Künstler Y (01:00 min)
  6. Station-ID (Musik herunterpegeln, danach wieder einblenden)
  7. Moderation 2: Verabschiedung (ggf. Nennung der E-Mailadresse, Homepage-URL oder anderer Kontaktdaten)
  8. Abspann

 

Was gibt es zu beachten?

Bevor du deinen ersten Podcast aufnimmst, solltest du ein bisschen üben, vor allem wenn du es nicht gewohnt bist, zu einem großen Publikum zu sprechen. Versuche, nicht zu schnell zu reden oder zu nuscheln. Achte darauf, keine Buchstaben zu verschlucken. Auch solltest du nicht zu schnell oder zu leise sprechen. Breiter Dialekt ist ebenfalls fehl am Platz, da er von Leuten aus anderen Regionen meist nicht verstanden wird. Du solltest auf jeden Fall Hochdeutsch reden. Ein leichter Akzent kann aber sogar ein paar Sympathiepunkte einbringen.

Am besten nimmst du ein paar Probetexte auf und spielst sie Außenstehenden vor. Bitte sie um ehrliches, konstruktives Feedback. Vor dem Aufzeichnen kannst du auch immer ein paar Sprachübungen machen, z. B. Zungenbrecher aufsagen, damit du ein wenig lockerer wirst.

An dieser Stelle möchte ich auch noch kurz auf das Urheberrecht eingehen: Selbstverständlich darfst du für deinen Podcast keine Texte, Musik, Jingles oder Geräusche verwenden, die urheberrechtlich geschützt sind. Es sei denn, du fragst den Urheber um Erlaubnis, bzw. die Gesellschaft, die dafür zuständig ist wie beispielsweise die VG Wort, GVL oder GEMA. Auch darfst du keine Werke anderer bearbeiten oder ändern und für deinen Podcast verwenden – das würde wiederum unter das Urheberpersönlichkeitsrecht fallen.

Woher bekomme ich aber z. B. Musik, die ich für Podcasts verwenden kann? Eine sehr tolle Quelle für Musik unterschiedlichster Genres ist MyOwnMusic.de. Aber Achtung: Auch hier musst du die Urheber, also die Künstler, um Erlaubnis fragen. Sie sind aber relativ leicht zu kontaktieren. Eine weitere Möglichkeit wäre die Seite Tonarchiv.de, die GEMA-freie Musik und Sounds zur privaten und kommerziellen Nutzung anbietet, sowohl kostenpflichtig als auch gratis. Ein weiteres Archiv für GEMA-freie (kostenpflichtige) Musik und Sounds findest du unter Cayzland Music.

 

Wo kann ich meine Podcasts online stellen?

Es gibt verschiedene Websites und Portale, wo du deinen Podcast hochladen kannst. Zunächst einmal könntest du das auf deiner eigenen Homepage oder deinem Blog tun, wenn du dort die Möglichkeit hast, Audiofiles hochzuladen. Geht das nicht, gibt es einen Trick: Die meisten Website- und Bloganbieter unterstützen YouTube-Videos. Du könntest deinen Podcast also auf YouTube hochladen (mit einem ansprechenden Bild, vielleicht deinem Logo oder einem Foto von dir) und dann auf deiner Homepage/deinem Blog verlinken. Mit dem Embed-Code kannst du das Video auch direkt in den HTML-Code deiner Homepage/deines Blogs einbinden. Wenn du nicht möchtest, dass dein Podcast über die YouTube-Suche gefunden werden kann, kannst du es auch auf „nicht gelistet“ stellen. Dann können nur Leute deinen Podcast anhören, die den Link dazu besitzen.

Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, z. B. die Seite PodHost.de. Das Einsteigerpaket ist hier gratis – perfekt, um die Website einmal auszuprobieren. Ansonsten kenne ich noch Loudblog und Liberated Syndication. Letzteres ist kostenpflichtig.


Und nun – viel Erfolg!

Jetzt bist du bereit, deinen eigenen Podcast zu gründen, aufzunehmen und zu veröffentlichen. Wenn dich mein Artikel neugierig machen konnte und du glaubst, das könnte etwas für dich sein, dann probier’s doch einfach einmal aus. Starte deine eigene „Radiosendung“ und berichte über die Dinge, die dir am Herzen liegen. Ich wünsche dir dabei viel Erfolg! 



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Zum Weiterlesen:


Mimi bloggt auf www.myna-kaltschnee.com über Bücher und das Schreiben. Ihre Geschichten sind in den Genres Horror, Fantasy und Science Fiction zu Hause.




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