Mittwoch, 20. Dezember 2017

In English please! – Vom Schreiben in anderen Sprachen

Habt ihr schon einmal eine Geschichte in einer anderen Sprache verfasst? Oder macht ihr das regelmäßig? Falls ihr beide Fragen mit Nein beantworten könnt, dann probiert es unbedingt einmal aus. Es ist eine sehr profitable Erfahrung.




Samstag, 16. Dezember 2017

Jahresplanung für Autoren (Teil 2): Das Veröffentlichen

Neulich war doch dieser Black Friday. Vielleicht erinnert ihr euch? Für mich kommt er immer ziemlich plötzlich. Dabei habe ich das Gefühl, alle Welt weiß Bescheid, immerhin rennen sie in die Läden und kaufen jede Menge Zeug – nur ich nicht xD. Aber nicht nur der Black Friday überrascht mich jedes Mal. Auch diverse Feiertage und besondere Tage. Valentinstag, der 3. Oktober, … Das einzige, was ich im Kopf habe, sind die Termine für die Buchmessen, Schreibmonate und Halloween. Marketingtechnisch habe ich bisher auf jeden Fall nur an diese Events gedacht. Meine Schreibchallenge wurde zum NaNoWriMo 2016 veröffentlicht, unsere Anthologie Gruselmeer zum letzten Halloween. Gut und schön, aber es gibt noch viel mehr. Warum sollte man das nicht nutzen und sein Marketing gezielt darauf ausrichten?



Mittwoch, 13. Dezember 2017

Erfahrungsbericht: Schreibseminar "Psychologie in Krimi und Thriller" mit Martin Conrath

Willkommen zu meinem letzten Artikel in diesem Jahr. Heute pausieren wir mit unseren Writing Excuses, um das Schreibjahr mit etwas Besonderem ausklingen zu lassen. Wie versprochen, geht es in diesem Artikel um das Schreibseminar zum Thema „Psychologie in Krimi und Thriller“.
Leider war es mir aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich den Kurs zu besuchen. Deswegen habe ich mir Unterstützung für diesen Beitrag geholt, damit ihr trotzdem einen Einblick in das Seminar erhalten könnt.

Meine Freundin, Schreibschwester und Autorin Julia Jansen-Meurer hat den Lehrgang besucht und ist bereit mir einige Fragen zum Thema zu beantworten.

Hallo Julia.
Ich freue mich, dass du dir für meine Fragen Zeit nimmst, damit die Leser und ich eine Vorstellung von einem Schreibsminar bekommen.



Samstag, 9. Dezember 2017

Kill your darlings: Wer gut schreiben will, muss auch streichen können

„Schreiben ist leicht“, stellte Mark Twain einmal fest,“ man muss nur die falschen Wörter weglassen.“ Das klingt zunächst wie die Anleitung zur Herstellung eines Schoko-Nikolaus: Einen soliden Block Schokolade besorgen und dann alles entfernen, das nicht nach einem Nikolaus aussieht. Tatsächlich ist der Rat aber pures Gold, bei dessen Umsetzung sich die Spreu vom Weizen trennt.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Jahresplanung für Autoren: Das Schreiben (Teil 1)

Alle paar Monate kommt in meinem Leben der Moment, an dem alles in mir „Stopp“ schreit. Das Chaos breitet sich aus, Termine geraten durcheinander, Social Media wird zur Last, anstatt Spaß zu machen. Das ist dann der Punkt, an dem ich mich zurückziehe und mir überlege, was ich will. Meine Ziele rücken wieder in mein Bewusstsein, ich fokussiere mich darauf. Dann mache mir einen Plan und der funktioniert auch gut – solange ich ihn im Blick habe :D.



Samstag, 2. Dezember 2017

Bloggen für Anfänger: In 7 Schritten zum eigenen Blog (1. Teil)

Sie sprießen gerade wie Pilze aus den Boden und kaum ein Autor hat sich nicht wenigstens einmal Gedanken darüber gemacht, einen zu starten. Die Rede ist von Weblogs, kurz Blogs. Bloggen ist ein tolles Hobby, das so manch einer schon zum Beruf gemacht hat.

Doch wie startet man einen Blog? Was muss man alles beachten und was sollte man mitbringen, wenn man unter die Blogger gehen möchte? In der folgenden Artikelreihe möchte ich dir in sieben Schritten wertvolle Tipps an die Hand geben, wie du erfolgreich in die Blogosphäre einsteigen kannst.

Freitag, 1. Dezember 2017

Alle Jahre wieder – die Weihnachtsanthologie

Die Schreibmeer-Kolumne. Einmal im Monat dürfen unsere Autoren unter diesem Deckmantel aus den Tiefen des Schreibmeers blubbern.


Und da ist er wieder, der erste Dezember. Beginn der Adventszeit, Start des finalen Countdowns bis zu den Festtagen. Und der Zeitpunkt, ab dem unsere Timeline auf Facebook (und unser Newsfeed in anderen sozialen Netzwerken) mit Weihnachtanthologien, Wintergeschichten und Christmas Specials geradezu überschwemmt wird. Klar, die ersten Vorboten sind schon Ende Oktober aufgetaucht – vergleichbar mit Lebkuchen, Spekulatius-Packungen und Schoko-Weihnachtsmännern im Supermarkt – aber jetzt ist die Saison endgültig eröffnet.

Mittwoch, 29. November 2017

Schreiben und Lesen im universitären Alltag – Teil 2

Wie die Universität unsere Schreibskills erweitert und/oder vermurkst.

„Lesen bereichert den Menschen, mündlicher Gedankenaustausch macht ihn gewandt. Niederschriften verhelfen zu genauerem Wissen.“
Sir Francis von Verulam Bacon


Schon im letzten Artikel hatte ich sie angesprochen, die ach so bekannten, ach so umstrittenen und doch so mysteriös bleibenden Lesekompetenzen. Man bemerke die Mehrzahl: Meiner Meinung nach gibt es nicht die EINE Lesekompetenz, sondern viele verschiedene Teilkompetenzen unter anderem Textverständnis, Vorwissen und Motivation die zusammenwirken und den Lesevorgang bestimmen. Sie beeinflussen unsere Fähigkeit Informationen von anderen (seien es Texte oder Gespräche) aufzunehmen und befähigen uns dazu, unser eigenes Wissen fixieren zu können. Ein Leser zu sein bedeutet in vielen Fällen auch Schreiber zu sein. Beispielhaft ist hier natürlich ein Chatgespräch; aber auch wir als Autoren sind immer beides: Leser und Schreiber. Was heißt das aber für uns? Oder genauer, was machen wir mit diesem Wissen? 
Meine These besagt nun folgendes: Das Selbstkonzept des Lesers steht in Wechselwirkung mit demjenigen, welches man von sich selbst als Schreiber aufgebaut hat.

Dem Ansatz des Selbstkonzepts als Schreiber bin ich zurzeit im universitären Rahmen noch auf der Spur, deshalb beschäftige ich mich heute eher mit dem Anteil des Lesers in uns.
Das oben abgebildete Selbstkonzept als Leser umfasst für mich sowohl alle drei Ebenen von Rosebrock und Nix [1] und ihre Kernkompetenzen (grau), als auch die von mir zugeführten Untersuchungsschwerpunkte (bunt). Die Lesepraxis ist für mich die Selbsterfahrung als Leser, aus der man sein Selbstkonzept entwickelt. Während die Selbsterfahrungen nicht aktiv steuerbar, sondern nur erlebbar und wahrnehmbar sind, kann das Selbstkonzept als Leser individuell gestaltet werden. Je nach Situation kann es angepasst, sprich erweitert oder verändert werden.

Für uns als Autoren bedeutet das nun folgendes: 


Unser Selbstkonzept als Leser hat verschiedene Inhalte, aus denen es sich aufbaut. All diese Inhalte (Prozess, Subjekt, Soziales) sind kategorisiert als Notwendigkeiten. Keine ist relevanter als eine der anderen und auch zeitlich sind sie nicht nebeneinander zu stellen. Die ablaufenden Prozesse greifen ineinander über, sind aber als eigenständige Dimensionen des Lesens zu verstehen. Vor allem am Anfang einer Verbesserungsphase sollte man immer alle drei Kernkompetenzen im Auge behalten, während man liest und schreibt.
Man sollte immer bereit sein, sich selbst zu fragen …
… wie beeinflusst mein „Arbeitsplatz“ (ganz klassisch der Schreibtisch/Esstisch, oder auch mal die Couch/das Bett) mein Lesen und Schreiben? Wie beeinflusst er meine Motivation, meine Emotionen und auch meine Konzentration?
… wie kann ich meinen Alltag stressfreier gestalten? Wie kann ich Arbeit und Pause ordentlich trennen und wie viel Zeit sollte ich für beides einplanen?
… wann, wo und wie besorge ich mir Informationen? Sollte ich statt immer in die Bibliothek zu gehen auch mal das Internet durchsuchen oder anders herum? Sollte ich statt Bücher auch mal wieder Menschen befragen?
… wie belohne ich mich für getane Arbeit und wie bestrafe ich mich für Liegengelassenes? Muss ich mich überhaupt bestrafen oder sollte ich lieber mit positiver Bestätigung arbeiten?
… welche Methoden und Techniken beherrsche ich schon und sind sie für mein Vorhaben angemessen? Sollte ich mich noch ein wenig weiterbilden oder kann ich mit meinem jetzigen Stand arbeiten?
… sollte ich immer nur mit mir selbst diskutieren oder auch mal wieder andere Leute nach ihrer Meinung fragen?

Mit diesem theoretischen Hintergrund empfehle ich euch nun noch die weiteren Artikel des Schreibmeers, die sich detaillierter mit den unterschiedlichen Untersuchungsschwerpunkten befassen:
Basics
Motivation
Planung
Recherche
Überarbeitung
Inspiration
Stilistik

[1]  Rosebrock, Cornelia/Nix, Daniel: Grundlagen der Lesedidaktik und der systematischen Leseförderung. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 4., korrigierte und ergänzte Auflage 2011.

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Zum Weiterlesen:



Jenny bloggt außerdem auf https://jennifergreve.wordpress.com/

Samstag, 25. November 2017

Writing Excuses - Master Class #06: Die Welt wird um mich herum erschaffen (die Magischen 1 %)


Willkommen zurück zu den Writing Excuses Nummer sechs. Die letzte Master Class in diesem Jahr. Bevor ich euch zum Jahresende im nächsten Artikel über ein Schreibseminar berichten werde, kümmern wir uns heute wieder ein wenig um die Gestaltung unserer Protagonisten. Mit den Autoren des Podcast werfen wir einen Blick über den Tellerrand des Weltenbaus und den daran beteiligten Charakteren.
Dabei ist es nicht einfach nur damit getan, eine kleine Gruppe von privilegierten Menschen in das Zentrum eurer Welt zu stellen. Achtet auf die Möglichkeiten und Geschichten, die Menschen außerhalb dieser Gruppe liefern können.

Mittwoch, 22. November 2017

Ich schreibe, also bin ich – über das autobiographische Schreiben



Während meines Studiums saß ich in einem Seminar und wir sprachen über den damals wohl umstrittensten norwegischen Autor. Er schilderte ungeschönt die Alkoholexszesse seines Vaters, berichtete über die Ereignisse nach dessen Tod, veröffentlichte intimste Familienangelegenheiten und betrieb (für mein Gefühl) übertrieben geschmacklose Selbstdarstellung. Mittlerweile ist dieser Autor auch in Deutschland bekannt, vielgelesen und -besprochen: Karl Ove Knausgård.



Samstag, 18. November 2017

Warum sollten Romanautoren ihren ersten Entwurf im Drehbuch-Stil schreiben?

Vielleicht kennst du das auch: Du hängst in einer Szene fest, weil du nicht weißt, wie das Setting genau aussieht, was die Figur gerade macht oder dir unschlüssig über die Gefühls- und Gedankenlage der Figur bist. Dann überlegst du minutenlang, welche Farbe das Sitzkissen auf der Holzbank (oder ist es doch ein Plastikstuhl?) hat und wie deine Protagonistin genau darauf reagiert, wenn sie erfährt, dass ihr Mann sich in eine andere Frau verliebt hat. Vom Dialog ganz zu schweigen, der die Handlung bekanntermaßen vorantreiben und gleichzeitig Subtext vermitteln soll.

Mittwoch, 15. November 2017

Die 7 miesesten Mythen, die dich am Schreiben hindern

Vielleicht schreibst du nur für dich und die Schreibtischschublade, was absolut in Ordnung ist. Aber vielleicht willst du auch mehr: ein Buch vollenden und veröffentlichen, deine Texte - ob Artikel, Gedichte oder Geschichten - in Magazinen abgedruckt sehen... und traust dich nicht, die nötigen Schritte dafür zu unternehmen. Denn damit, so fürchtest du, könntest du dich zu weit aus dem Fenster lehnen, könntest Ablehnung, Angriffe oder, fast noch schlimmer, Gleichgültigkeit riskieren. Wer schreibt, macht sich verletzlich - wie jeder, der einen Traum verfolgt. Wir sind so vertraut mit unserem inneren Kritiker, dass wir die Zahnbürste mit ihm teilen. „Das ist eh nicht zu schaffen!“, raunt er uns zu und nennt uns einen ganzen Schwung guter Gründe, warum das so ist.

Samstag, 11. November 2017

Wenn das Leben Dir Zitronen gibt – mach Limonade daraus

„Alles Schlechte hat auch sein Gutes.“ So sagt man zumindest. Als krisenerfahrenes Stehaufmännchen bzw. -frauchen kenne ich viele solcher Weisheiten. Man bekommt sie – gefragt oder ungefragt – von Freunden oder Verwandten um die Ohren, wenn man ihnen verzweifelt sein Leid klagt und einfach nur Mitgefühl anstatt „kluger Ratschläge“ möchte.

Doch der Kern dieser Weisheiten ist wirklich wahr – eine Krise kann eine Chance sein – manchmal muss man sich nur überraschen lassen …


Mittwoch, 8. November 2017

Vorbereitung einer Lesung

Das Buch ist fertig, endlich haltet ihr es voller Stolz in den Händen und möchte es mit der ganzen Welt teilen!
Um neue Leser zu finden, bietet sich dafür eine Lesung an. Die Frage ist: Wo? Was und wie.


Samstag, 4. November 2017

Statistiken – Zahlenfluch oder Motivationshelfer?

Als Büchermensch mit Zahlen hantieren? Das ist zumindest für einen Teil von uns Autoren ein Graus. Doch Statistiken über unseren Schreibprozess können hilfreich sein und sogar motivieren.


Mittwoch, 1. November 2017

Mein NaNoWriMo 2017 – ein Prä-Plädoyer fürs Einfachdrauflosschreiben

Die Schreibmeer-Kolumne. Einmal im Monat dürfen unsere Autoren unter diesem Deckmantel aus den Tiefen des Schreibmeers blubbern.


Es ist soweit! Endlich! Der NaNoWriMo ist gekommen. Wie viele andere habe ich sehnsüchtig auf ihn gewartet. Die Stimmung, die in der Luft liegt, ist einmalig. Genauso wie ich gestern ein Wintergefühl und den Duft von Schnee in der Nase hatte, als ich in meine „dicke Jacke“ geschlüpft bin, hinterlässt auch der NaNo seinen ganz eigenen Eindruck bei den Autoren.


Samstag, 28. Oktober 2017

FanFiction – Kostenlose Werbung oder Diebstahl?

Im Grunde genommen ist die Frage schon ziemlich blöd gestellt, denn sie ist nicht gerade wertungsfrei. Man kann sich nur für eine Seite entscheiden. Nehmen wir die kostenlose Werbung. Die meisten Autoren beabsichtigen nicht, mit FanFiction Geld zu verdienen. Trotzdem werden sie in letzter Zeit zunehmend kommerzialisiert. Dieser Schritt kann nur gegangen werden, wenn sich das Werk weit genug vom Original entfernt hat. Wann dies der Fall ist, ist wohl Willkür, denn wie ich in meinem letzten Artikel gezeigt habe, ist sowieso alles irgendwie in unterschiedlichem Maße FanFiction.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Fanfiction and Me, Teil 2 – eine Bilanz

Willkommen zurück zum zweiten Teil meines Artikels über meine persönliche Fanfiction-Erfahrungen. Wie ich im ersten Teil bereits erwähnt habe, bin ich seit einigen Jahren nicht mehr Teil der Community, schaue aber immer noch gerne auf diese Zeit zurück. Es ist mir auch nicht peinlich – im Gegenteil. Ich bin überzeugt, dass Fanfiction und die Gemeinschaft dahinter mein Schreiben und meine Art, mich in der Autoren-Community zu bewegen, maßgeblich mitgeformt haben.

Samstag, 21. Oktober 2017

Alles FanFiction?

Hinlänglich ist vermutlich bekannt, dass ich keine wirkliche Ahnung von der Materie habe. Meine einzige selbstgeschriebene FanFiction ist über Harry Potter und Draco Malfoy und – ja – sie bedient eines der stärksten und am häufig genanntesten Klischees über FanFictions. Glücklicherweise – und bei meinen ersten eigenen Geschichten sehe ich das ein bisschen anders – ist sie irgendwo auf Datenträgern gelandet, auf die ich dank modernster Technik nicht mehr zugreifen kann. Aber dass es da draußen Menschen gibt, die FanFictions als wichtigen Teil ihres Lebens sehen, habe ich in meiner Umfrage erfahren dürfen. Und gerade dieser Fakt hat mich besonders gefreut.


Mittwoch, 18. Oktober 2017

Fanfiction und Eigenleistung – geht das überhaupt?

In Gesprächen über Fanfiction wurde ich schon häufiger mit der Frage nach der Eigenleistung konfrontiert. Wie zahlreiche Klischees scheint dies ein allgemeines Vorurteil zu sein, welches vermutlich aus der Tatsache resultiert, dass Fanfictions auf einem Fremdwerk basieren. Und es ist an der Zeit, damit aufzuräumen.

Samstag, 14. Oktober 2017

Fanfiction and Me, Teil 1 – ein Rückblick

Kannst du dich erinnern, wann du das erste Mal von Fanfiction gehört hast? Und was genau das war? Man erzählt sich ja unter Autoren und Lesern so einiges, und kommt meist zu dem Schluss, dass diese Form der Literatur ziemlich polarisiert. „Es geht nur um Sex und die perversen Fantasien irgendwelcher Fangirls“ oder „Ist doch eh alles geklaut – null Eigenleistung“ so die eine Seite, „ein Paradies für Leser, die alternative Versionen bevorzugen“ und „eine große Chance für angehende Autoren“ die andere.

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Von der Fanfiction zum Fantasyepos

Es ist Themenmonat. Unsere Writing Excuses Masterclass muss also pausieren. Heute möchte ich euch etwas über die Entstehung eigener Geschichten auf Grundlage einer Fanfiction erzählen und euch an meinen Gedanken teilhaben lassen. Böse Zungen behaupten, man sei kein Autor, wenn man Fanfictions schreibt, aber dem stimme ich nicht zu. Mit jedem Wort, das man schreibt, lernt man dazu. Für mich bedeutet Fanfiction, mich nicht einfach nur meiner Lieblingscharaktere zu bedienen und sie zu verkuppeln, sondern auch eine Geschichte darum zu erschaffen. Es kommen eigene Charaktere dazu, ebenso wie Schauplätze und Gegebenheiten. Es gehört eine Menge Eigenleistung dazu, eine Fanfiction zu schreiben und auch wenn ich meine nie veröffentlicht habe, so hat mir das Schreiben eben dieser in meinem Schaffensprozess weitergeholfen. Lasst uns gemeinsam einen Blick in meine schreiberische Vergangenheit werfen.

Samstag, 7. Oktober 2017

Schreibmeer-Umfrage zum Thema FanFiction

Im großen, großen Universum der Autoren gibt es so einige Themen, die sehr stark mit Vorurteilen und Klischees zu kämpfen haben. Eines davon sind die FanFictions. Seit ich näheren Kontakt mit Autoren habe, die eben jene literarische Werke verfassen, wächst auch mein persönliches Interesse, herauszufinden, wie die öffentliche Meinung zu FanFictions und ihren Autoren tatsächlich aussieht und möglicherweise unbegründete Vorurteile zu beseitigen bzw. einen neuen Blick auf FanFiction-Autoren und ihre Geschichten zu schaffen.

Passend zu unserem Themenmonat „FanFiction“ habe ich diese Umfrage – nicht ohne Grund auch etwas provokant – gestaltet.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Clean it up – Über die Arbeit in einem Fanfiction-Forum

Lang ist es her, dass ich ein halbes Jahr in einem Forum mitgeholfen habe, eine gewissen Kategorie zu kontrollieren. Doch fangen wir am Anfang an.

Mittlerweile ist es bestimmt schon 7 oder 8 Jahre her, dass ich meine erste Fanfiction geschrieben habe. Sie dümpelt vermutlich noch irgendwo im Internet herum und ich hoffe, dass sie niemals jemand findet. Ein paar Jahre habe ich mich damit beschäftigt und so nicht nur die Liebe meines Lebens gefunden, sondern meinen Schreibstil auch stetig verbessert. Tatsächlich habe ich bis letztes Jahr nur Fanfictions geschrieben und mich dann im WriYoBo das erste Mal auf ein großes eigenes Projekt gestürzt.


Sonntag, 1. Oktober 2017

Von Spielwiese bis Herzblut – warum wir Fanfiction brauchen

Die Schreibmeer-Kolumne. Einmal im Monat dürfen unsere Autoren unter diesem Deckmantel aus den Tiefen des Schreibmeers blubbern.


„Und was hast du so für Hobbies?“

„Schreiben.“

„Cool! Was schreibst du denn so?“

„Ich bin Fanfiction-Autorin.“

[Kinnlade fällt] „Ist das nicht etwas für gestörte Teenager und Nerds?“

Samstag, 30. September 2017

Schreiben und Lesen im universitären Alltag – Teil 1

Wie die Universität unsere Schreibskills erweitert und/oder vermurkst.

Die Philosophie, ihre Mysterien und Erkenntnisse, wird für dich nächsten paar Monate erst einmal auf Eis gelegt. Natürlich sind die Themen, welche uns die Philosophie bietet, mannigfaltig und faszinierend. Gerade bin ich aber durch mein Studium auf ein anderes Themenfeld gestoßen, was ich als (für mich) relevanter empfinde: Das Lesen und Schreiben im universitären Alltag.

„Lesen ist das wichtigste Werkzeug der Selbstkultur.“
Anton E. Schönbach

Mittwoch, 27. September 2017

Weg vom Schreibtisch, auf ins Leben – Schreibgruppen außerhalb des Internets

Schreibcommunitys gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Über Foren, Facebook und Twitter gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich mit anderen Autoren auszutauschen.
Während des letzten NaNoWriMo habe ich mich mit einer Regionalgruppe aus dem Forum getroffen, woraus eine feste Schreibgruppe entstanden ist. Und so sehr ich auch die ganzen online Formate liebe, möchte ich meine »echte« Gruppe nicht mehr missen.


Samstag, 23. September 2017

Writing Excuses - Master Class #05: Was meinst du damit, mein Charakter ist langweilig?

Hallo zusammen. Es ist wieder Zeit für die Writing Excuses. Dieses Mal geht es um eure Charaktere. Es ist eigentlich jedem klar, dass vor allem die Hauptcharaktere nicht langweilig sein sollten. Sie müssen interessante Dinge an ausgefallenen Orten tun. Zudem wären ein Privatleben, eine Passion und eine Motivation gut. Alle Aktionen eurer Charaktere sollten eine Auswirkung haben. Das ist alles schnell daher gesagt, aber wie sieht es in der Praxis aus? In diesem Artikel gehen die Podcast-Autoren der Arbeit mit Charakteren etwas mehr auf den Grund. Wir schauen uns nun an, auf was sie Wert legen.

Mittwoch, 20. September 2017

Antihelden

Sie arbeiten als Forensiker und üben in ihrer Freizeit Selbstjustiz. Sie sind analphabetische Auftragskiller. Sie erpressen und kontrollieren ohne mit der Wimper zu zucken ihren besten Freund. Sie sind ehemalige Todesser, die ihr Leben für den Sohn ihrer einzig wahren Liebe opfern. Sie planen gemeinsam mit ihrer Diebesbande den Sturz eines ewigen Herrschers. Sie sind galaktische Schwerverbrecher. Sie sind drogenabhängige, soziopathische Privatdetektive, die Verbrecher für den persönlichen Kick jagen. Sie sind von Experimenten entstellte Mutanten auf einem Rachefeldzug. Sie stehlen die Identität ihres Bruders, um einen Krieg zu beenden und leben fortan eine Lüge. Sie sind an nichts außer Rache an ihrem Ex-Geliebten interessiert, nachdem sie jahrelang im Koma lagen. Sie sind Meth produzierende Chemielehrer. Sie werden von der Gesellschaft unterdrückt und gedemütigt und dienen als Versuchsobjekte. Sie sind Bankräuber, hochintelligente magisch begabte Erben einer Verbrecherdynastie, krebskranke Dämonenjäger, egozentrische Ex-Chirurgen oder Schmuggler auf der Flucht vor dem Imperium. 


Samstag, 16. September 2017

Autobiografisches Schreiben: Wie es auch für andere spannend wird

„Viele kleine Mädchen sind Pferdenärrinen – in den Neunzigern bedeutete das, die Mädchenzeitschrift „Wendy“ zu abonnieren, auf einem Reiterhof zu jobben und Pferdebücher zu lesen beziehungsweise sich vorlesen zu lassen.
Ich war als Kind eine Hasennärrin. Zu meinen liebsten Märchen gehörte die russische Kindergeschichte vom „Sack mit Äpfeln“, dessen Protagonist ein Hasenpapa war.“


(aus meiner Kurzgeschichte „Hasenpfeffer“, veröffentlicht in „Ist ja tierisch!“)


Mittwoch, 13. September 2017

Wege aus der Überarbeitungsspirale

Der erste Entwurf ist beendet und die Geschichte lange genug liegen gelassen worden, um etwas Abstand zu kriegen. Doch die wirkliche Arbeit beginnt erst, denn nun steht die allseits gefürchtete Überarbeitung an. Das Fundament der Geschichte ist gelegt und die Zeiten, in denen man frisch-fröhlich darauf los tippen konnte, sind vorbei. Ab jetzt wird geformt, gekürzt, gedreht und gewendet, bis aus dem anfänglichen Rohschliff ein Diamant geworden ist.


Samstag, 9. September 2017

Der Künstlername – praktisches Gimmick oder lästiger Trend?

Es gibt zahlreiche Gründe, warum Autoren lieber mit einem Decknamen als ihrem bürgerlichen Namen unterwegs sind. Darüber haben wir schon einmal geschrieben und sogar ein Interview geführt. Da sich in letzter Zeit die Fragen zum Thema Künstlernamen häufen, möchte ich noch einmal gezielt darauf eingehen.


Mittwoch, 6. September 2017

Autorenwahnsinn

Autoren müssen wahnsinnig sein, sagt Annika Bühnemann. Aber so?

Mich macht es wahnsinnig, dass ich nicht schreiben kann. Also, ich kann schon schreiben, aber ich habe das Gefühl, es kommt kein vernünftiges Wort dabei heraus. Dabei übe ich doch schon seit Jahren.


Samstag, 2. September 2017

Bernsteinfarbene Flüssigkeit am lauen Sommerabend - Über Attribute, Metaphern und Originalität

Für Autorinnen und Autoren ist es gar nicht so einfach, den richtigen Ton für den Text zu finden. Denn er soll so vieles sein: fesselnd, aber nicht übertrieben. Geistreich, aber nicht plump. Er soll sich von anderen Texten unterscheiden, was Neues bieten – aber wurde nicht schon alles irgendwann einmal gedacht und aufgeschrieben? Wo sollen dann noch Originalität und Esprit herkommen?


Freitag, 1. September 2017

Frohes neues Jahr!

Die Schreibmeer-Kolumne. Einmal im Monat dürfen unsere Autoren unter diesem Deckmantel aus den Tiefen des Schreibmeers blubbern.


Zumindest fühlt es sich irgendwie so an.

Aber der Reihe nach.

Mittwoch, 30. August 2017

Gedanken aus dem Leben

Hallo ihr Schreibmeerlinge <3,

heute werde ich ein bisschen aus dem Nähkästen, das sich mein Leben nennt, plaudern. Zurzeit ist es für mich nicht leicht zu schreiben. Das tut weh, wirklich weh und manchmal frage ich mich, ob ich überhaupt noch das Zeug habe etwas zu schreiben, das andere begeistern kann. Das klingt vielleicht hochtrabend, denn wer kann schon wissen, was einen Leser wirklich begeistert, doch mir bringt es Freude. Ein strahlendes Lächeln auf dem Gesicht meiner Freunde zu sehen, wenn sie etwas lesen, das ich verfasst habe. Auch für mich selbst ist Schreiben oft eine Art der Therapie, denn auch ich kann mit meinen Geschichten mitfiebern. Kann mit ihnen lachen und traurig sein. Sie begleiten mich, seit ich klein bin und doch weiß ich – so sehr mich die Vorstellung quält, nicht mehr so zu schreiben, wie ich es lange Zeit konnte, frei und ohne nachzudenken –, dass sie mich nicht verlassen werden. In meinem Kopf werden sie ewig weiterleben, sich neu bilden – neue Welten, Wesen, Phantasien. Eins habe ich mit der Zeit gelernt: Ich bin jemand der seine Schmerzen, seine Trauer und seine Gedanken in Geschichten, Texten und Gedichten verarbeiten kann. Den Schritt, auch meine positiven Gedanken in Worte fassen zu können, bin ich noch nicht oft gegangen. 

Samstag, 26. August 2017

Lieder in Geschichten

Die meisten kennen das Phänomen vor allem aus zahlreichen Vertonungen, sowohl in den Filmfassungen, als auch durch engagierte Fans: Lieder in Romanen.
Spätestens seit „Der Herr der Ringe“ scheint es in der Fantasy beinahe zum guten Ton zu gehören, Liedgut in den eigenen Roman einzufügen und Nachfolger*innen von Tolkien tun dies mit mal mehr, mal weniger Erfolg sehr gerne.
Doch wie funktionieren die Lieder bei Tolkien eigentlich? Und wie bei anderen Autor*innen, die Lieder verwenden?
Als Beispiele dienen in diesem Artikel Anne Rice und George R. R. Martin.


Mittwoch, 23. August 2017

Warum Kreativität Zeit braucht und was Leser und Autoren daraus lernen können

Kennt ihr das? Ihr wartet ungeduldig auf die Fortsetzung eurer Lieblingsbuchreihe, doch anstatt brav an den Schreibtisch gefesselt zu schreiben, bis das Buch fertig ist, postet euer Lieblingsautor lustige Alltagsanekdoten auf Facebook, zockt Computerspiele, liest Bücher, produziert Serien, engagiert sich für wilde Wölfe oder schreibt andere Bücher? Und werdet ihr dann auch immer ungehalten, weil er doch gefälligst erst den neuen Band zu Ende schreiben soll, bevor er etwas anderes machen darf?


Samstag, 19. August 2017

Auch für Faule leicht zu erlernen – Meine Erfahrung mit Papyrus Autor

Als langjährige Word-Nutzerin habe ich mich beim ersten Benutzen von Papyrus Autor gewundert, was das da oben alles für bunte Symbole sind, warum da mitunter neue Fenster aufgehen, wenn man drauf drückt und vor allem, was dieser Geist da soll. Ich muss zugeben, alles, was für mich nicht direkt (nach zwei Mal wild Rumklicken) ersichtlich ist, wird erstmal ignoriert. Da bin ich faul. Ich habe also ein bisschen gebraucht, um alle Funktionen auszuprobieren und mir anzueignen. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit und ein, zwei Mal nachschlagen im Handbuch, finde ich mich inzwischen bestens zurecht und möchte kein anderes Programm für meine Texte mehr verwenden. An dieser Stelle gleich mal ein dickes Lob für das Handbuch. Ich kenne es von den meisten Programmen, dass die Texte sehr technisch und unverständlich geschrieben sind, mit dem Ergebnis, dass man mit Ausprobieren oft schneller ist. Wohl einer der Hauptgründe für meine Ignoranz Neuem gegenüber. Nicht so im Papyrus-Handbuch. Das ist hübsch aufgemacht, klar verständlich und ich schaue inzwischen ganz gerne rein, wenn ich eine Funktion mal schnell nachschlagen will.
Ein paar dieser Funktionen möchte ich euch in diesem Artikel gerne vorstellen.




Der Start: Einfach hübsch

Direkt beim Öffnen eines neuen Dokuments kann ich, wenn ich möchte, aus verschiedenen Vorlagen wählen, welches Format ich benötige. Neben unterschiedlichen Brief-Formaten finden sich in den Vorlagen beispielsweise Publisher Druckvorlagen (BoD, CreateSpace, KDP Print) Romanvorlagen (welche ich verwende, da meine Texte damit schon professionell aussehen, was mich motiviert), aber auch Vorlagen für wissenschaftliche Arbeiten. Natürlich kann man seinen Text auch später noch umwandeln.

Stilanalyse

Ich bin ein großer Fan der Stilanalyse. Papyrus durchsucht den Text hierbei nach Möglichkeiten, Formulierungen zu verbessern, den Satz verständlicher zu machen. Es gibt mehrere voreingestellte Analyselevel, die man nutzen kann. Oder man kann selber angeben, welche Korrekturen man benötigt.

Beispielsweise zeigt das Programm Füllwörter, Adjektive und Adverben an und macht einen auf Amtsdeutsch oder Phrasen aufmerksam. Ich verstehe diese Markierungen als Ideen und Hinweise, denn oftmals würde von einem Satz nicht mehr viel bleiben, wenn man alles streicht, was Papyrus einem vorgibt.

Papyrus Lvl 0
Papyrus Lvl 1
Papyrus Lvl 2


Wie ihr in den Beispielen seht, wird der Text dadurch ziemlich bunt. Mit der Zeit findet man raus, was gemeint ist. Ansonsten kann man mit dem Cursor über den Text fahren und bekommt die passende Erklärung. Ihr müsst also nicht alle Bedeutungen auswendig lernen.

Klemmbrett, Notizen, verschiedene Formate

Was ich auch sehr mag, ist die Klemmbrett-Funktion. In einem Bereich neben dem Text ist ein Areal, in dem ihr Notizzettel anheften könnt. Ich nutze das für alles Mögliche: Ideen, wo ich im Text noch etwas einfügen möchte, Namen, die nicht oft vorkommen (die ich sonst vergessen würde), To-Do-Listen ...

Außerdem gibt es, wie bei Word, Kommentare und eine »Änderungen verfolgen«-Funktion, was das gemeinsame Arbeiten an einem Text angenehm gestaltet.

Klemmbrett und Kommentare


Besonders wertvoll für Autoren ist außerdem die Möglichkeit, das Dokument problemlos in andere Dateiformate umzuwandeln. Einerseits lässt sich der Text mit wenigen Klicks in Normseiten umwandeln, was für die Arbeit mit Verlagen oder bei Schreibwettbewerben wichtig ist. Andererseits können Selfpublisher ihre Dateien in die gängigen Ebook-Formate (z.B. Mobi, ePub) umwandeln, um diese bei den verschiedenen Anbietern hochzuladen, oder den Text probeweise auf dem eigenen Gerät anzusehen.

Wörtliche Rede anzeigen ...

... ist eine weitere Funktion, die ich gerne nutze. Mit einem einzelnen Klick tritt der Erzähltext in den Hintergrund und nur noch die wörtliche Rede wird angezeigt. Das ist super praktisch, um nachzuvollziehen, ob Gespräche wirklich Sinn machen und die Gesprächspartner sich aufeinander beziehen. Vor allem für Schreiber wie mich, die ungern Dialoge schreiben.

Zeitstrahl

Den Zeitstrahl finde ich gelungen, um den Überblick über die Dauer der Handlung, Erzählpausen, parallele Handlungen usw. zu behalten. Ihr könnt ein Startdatum angeben und danach eure einzelnen Kapitel auf dem Zeitstrahl platzieren. Dafür könnt ihr mehrere Erzählstränge erstellen, um auch gleichzeitige Handlungen darzustellen. Die einzelnen Kapitel sind direkt mit eurem Text verknüpft, und wenn ihr die Figurendatenbank nutzt, auch damit. Dieses Tool nutze ich gerne. Ich will ja sichergehen, dass mein Student nicht an einem Sonntag in die Uni rennt, um dort seine Matheprüfung zu schreiben.

Figurendatenbank und Denkbrett

Diese beiden Tools sind bestimmt für den Ein oder Anderen nützlich. Ich verwende sie nicht, da ich diese Dinge gerne von Hand mache. Meine Charaktersheets habe ich beim Schreiben meistens neben mir liegen. Brauche ich eine Info, blättere ich schnell nach. Da will ich nicht am Laptop rumklicken, ich möchte alles auf einen Blick vor mir sehen. Die Idee, dass man im Text nur einen Namen anklicken muss und schon alle nötigen Infos bekommt, gefällt mir theoretisch. Ich habe aber gemerkt, dass ich es für mich nicht nutze. Hinterlegt habe ich die Personen trotzdem, damit ich die entsprechenden Vermerke, wer in welcher Szene vorkommt, wiederum im Zeitstrahl habe.
Genauso geht es mir mit dem Denkbrett. Dort lässt sich quasi eine Mindmap erstellen. Auch das mache ich einfach gerne von Hand. Ich liebe es, meine Ideen auf ein Blatt zu kritzeln, farbige Notizen zu schreiben, sie zu verbinden und fünfmal bunt zu umkringeln. Das ist bei mir mitunter etwas chaotisch. An dieser Stelle muss ich sagen, dass Papyrus mit dem Denkbrett wirklich etwas richtig gemacht hat. Wenn der Platz zu eng wird, kann man einfach ganze Gruppen markieren und verschieben. Man muss sich also nicht im Voraus überlegen, wie viel Raum man für weitere Notizen benötigt. Die Kästchen lassen sich farbig markieren, man kann Statussymbole hinzufügen, die Form verändern, Gruppen zusammenfügen, diesen wiederum Titel geben und vieles mehr. Ziel ist es, Ideen zu fassen, sie zu gruppieren und schließlich zu Kapiteln umzuwandeln, damit aus all dem am Ende eine fertige Geschichte werden kann. Nach einem kurzen Blick ins Handbuch und dem Hinweis, dass die »Strg«-Taste wichtig ist, erklärt sich der Rest fast von selbst. Um euch ein paar der Funktionen zu zeigen, habe ich für euch ein Denkbrett zu diesem Artikel erstellt.

Denkbrett

Zu guter Letzt: Was hat es mit dem Geist auf sich?

Mit dem Geist lassen sich Textpassagen in Geistertext umwandeln. Ich nutze das beim Überarbeiten sehr gerne. Geistertext bleibt im Programm blau gefärbt sichtbar, wird aber für Ausgaben wie »Drucken« oder »Exportieren« unterdrückt. Ich markiere damit unfertige Kapitel oder Textpassagen, von denen ich noch nicht genau weiß, ob und wo ich sie später unterbringen werde. Ich fühle mich dank der Geisterfunktion frei, in meinen Texten jederzeit Infodump zu betreiben (praktisch wenn man, wie ich, immer so viel im Kopf hat, was raus muss). Diese Parts werden später einfach als Geistertext markiert, wenn sie zu viel sind. Sie sind noch da, für mich, als Gedächtnisstütze, und um sie übernehmen zu können, wo sie gebraucht werden – treten aber in den Hintergrund. Und das, ohne dass ich ein neues Dokument dafür öffnen oder sie in eine Notiz quetschen müsste. Ich kann sie kopieren, wohin ich will, Teile wieder zurückverwandeln oder einfach doch löschen.

Fazit

Ich kann Papyrus auf jeden Fall weiterempfehlen. Mir macht es Spaß, damit zu arbeiten. Die Umstellung von Word ist ziemlich leicht. Alles, was mit dem Tippen an sich und der Gliederung des Textes zu tun hat, funktioniert fast genauso. Das heißt, man kann nach der Installation zügig beginnen und einfach mal loslegen. Darüber hinaus bietet Papyrus aber Lösungen für sämtliche andere Arbeitsschritte, die die Arbeit an einem Manuskript eben erfordert. Es kann einen von der ersten Idee auf dem Denkbrett bis hin zur Überarbeitung mittels Stilanalyse begleiten. Auch, wenn ich manche der Schritte noch gerne auf Papier mache, sind es mir die Übrigen wert, mit Papyrus zu arbeiten. Probiert es doch einfach mal aus, und entscheidet selbst. Es gibt übrigens eine Demoversion, mit der ihr das Programm testen könnt. Schaut doch einfach mal auf der Homepage www.papyrus.de vorbei.


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Zum Weiterlesen:


Sabrina bloggt außerdem auf sabi-writing-whatever.com 

    Mittwoch, 16. August 2017

    Der Sommer der Selbstzweifel

    Was klingt wie ein Buchtitel, ist ein „Trend“, der mir in den letzten Wochen unter Autoren vermehrt aufgefallen ist. Das betrifft nicht nur mich selbst, auch das Camp NaNo hat so einige Zweifler aufgedeckt, selbst Autoren, die vom Schreiben leben können, sind nicht davor gefeit und schließlich haben sich sogar die Schreibdilettanten der Frage gestellt, was eigentlich einen guten Autor ausmacht – die Antwort darauf ist nicht weniger ernüchternd: Man selbst wird nie wissen, ob man ein guter Autor ist. Damit sind die Zweifel auch schon vorprogrammiert.


    Samstag, 12. August 2017

    Latein im Roman? Aber bitte richtig!

    Spätestens seit Harry Potter ist es wieder „in“, Latein in seinen Romanen zu verwenden – sei es als Grundlage für geheimnisvolle Zauberformeln, als Basis für Figuren-, Orts- oder Staatsnamen oder richtig als Sprache, etwa in Magiergilden, geheimen Orden, Verschwörerkreisen etc.
    Tatsächlich ist Latein für all diese Dinge sehr gut geeignet – niemand spricht es heute mehr, es hat ein verstaubtes Image (umso passender als Sprache für Magier und Gelehrte!). Latein klingt in unseren Ohren fremdartig, formelhaft, teils geradezu mathematisch – allein die vielen Worte, die auf ein -um enden, schreien bereits nach Zaubersprüchen.
    Aber die Sache hat einen Haken: Latein ist komplex. Und die Gefahr, es falsch zu verwenden und sich lächerlich zu machen, allgegenwärtig. Mir selbst ist einmal ein Autor begegnet, der eine Alienrasse auf Latein sprechen ließ, allerdings hat selbiger Autor einfach per Google Translator übersetzt. Die Folge: Sätze, die sich im Deutschen als „Du sehen Raumschiff!“ und „Des Marsianers uns besiegen morgen“ wiedergeben ließen … Das muss nicht sein.
    Darum hier drei Tipps.



    Mittwoch, 9. August 2017

    Wie ich es schaffte, meine Manuskripte zu beenden

    Ein Erfahrungsbericht


    Schon seit ich ein kleines Kind war, trug ich einen Wunsch im Herzen: Ich wollte Bücher schreiben, wollte eine Autorin werden und Menschen mit meinen Geschichten verzaubern. Früh begann ich damit, erste Kurzgeschichten zu schreiben, aber irgendwann war mir das nicht mehr genug und ich wollte mich an Romane heranwagen. Ich startete den ersten Versuch – und versagte! Auch die nächsten geschätzten fünfzig Versuche scheiterten. Ich schrieb einen Anfang, kam aber nie über die ersten zehn Kapitel hinaus. Es war jedes Mal das gleiche Schauspiel: Mich verließ der Mut, ich fand alles einfach nur noch schlecht und schmiss das Ganze hin. Oder – was noch tückischer war – mir kam eine neue, vermeintlich viel bessere Idee, der ich mich lieber widmen wollte, als dem aktuellen Projekt. Auf diese Weise begann ich zig Romanprojekte, brachte aber kein einziges davon zu Ende. Ich wurde zunehmend verzweifelter und entfernte mich immer mehr von meinen Ziel, Bücher zu schreiben. So sehr ich mich auch anstrengte, es wollte mir einfach nicht gelingen, meine Manuskripte zu beenden.