Samstag, 19. November 2016

Der Autor im Buch - Emotionales Verarbeiten beim Schreiben

In der Schule haben wir noch alle eins auf die Finger bekommen, wenn wir den Erzähler einmal mit dem Autor verwechselt haben oder vielleicht sogar ganz dreist der Auffassung waren, dass der Autor in verschiedenen Figuren wiederzuerkennen ist. Woher aber kommt dieser Trend, den Autor völlig von seinem Werk lösen zu wollen? Hinterlassen nicht alle Schriftsteller ein Teil von sich in ihren Büchern? Charaktereigenschaften, Hoffnungen, Wünsche, Träume, Ängste, Erfahrungen? Ist es wirklich so einfach zu sagen, dass Autor und Werk nicht miteinander in Verbindung gebracht werden dürfen?





Alles Schwachsinn meiner Meinung nach! Natürlich lässt sich der Autor nicht von seinem Geschriebenen trennen. Allerdings sollte eine gewisse Vorsicht im Hinblick auf Vergleiche der Lebenswelten und Co schon gegeben sein. Eine gewisse Vorsicht meint aber nicht das vehemente Auseinanderhalten von beidem.

„Wir schreiben, um das Leben zweimal zu schmecken, im Augenblick und im Rückblick.“
- Anaïs Nin -

Emotionales Schreiben / intuitives Schreiben / persönliches Schreiben / assoziatives Schreiben / expressives Schreiben


Das Schreiben, bei dem die eigenen Ängste und Hoffnungen verarbeitet werden. Sogar die Wissenschaft ist schon auf die Wirksamkeit und die positiven Effekte solchen Schreibens aufmerksam geworden. Was aber steckt dahinter?


„Ich brauchte das Schreiben als Ventil, als Unterhaltung, als Befreiung. Als Sicherheit. Ich brauchte sogar die verdammte Arbeit, die es mir machte.“
– Charles Bukowski –


Neben den möglichen positiven Aspekten dieser Art zu schreiben, sollte auch der Teil des Autors aktiv werden, der sein Buch verkaufen will. Gute Bücher lösen im Leser etwas aus. Sie reißen mit und lassen einen so schnell nicht mehr los. Am effektivsten ist es dabei, während des Schreibens die eigenen Gefühle zuzulassen. Soll die Hauptfigur gerade große Angst verspüren, hilft es dem Schreibenden meist, sich selbst an eine solche Situation zu erinnern: Wie fühlte ich mich dabei? Wie nahm ich meine Umwelt war? Was kann ich von dieser Erinnerung übernehmen?

Natürlich gilt diese Methode nicht nur für negative, sondern auch für positive Gefühle und Situationen. Verstärken lassen sich solche Rückblenden gut mit der passenden musikalischen Begleitung. Hilfreich ist es dabei, sich von vornherein eine passende Playlist anzulegen und diese während des Schreibens zu hören.

Genauso wie der Autor während des Schreibens seine Erinnerungen zu Rate zieht, kann auch der Leser sich diesem Vorgang nicht entziehen. Gefühle rufen Erinnerungen ist uns wach und lassen das Gelesene dadurch noch realer erscheinen, als es sich vielleicht vorher schon anfühlte.



1http://aware-magazin.ch/2013/03/expressives-schreiben-eine-effektive-methode-der-emotionalen-verarbeitung/

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Jenny bloggt außerdem auf https://jennifergreve.wordpress.com/


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