Mittwoch, 7. September 2016

"Kauf mich! - Der Klappentext

Der Klappentext – ein paar Zeilen auf dem Rücken des Buches, die kurz beschreiben, worum es geht. Das kann doch nicht so schwer sein, nachdem man schon ein ganzes Buch geschrieben hat, oder?
Ist es aber.
Der Klappentext ist oft das entscheidende Argument, warum sich ein Leser zum Kauf des Buches entscheidet. Dabei hat der Klappentext viele Aufgaben: Er soll neugierig machen, Atmosphäre transportieren und letztendlich zum Kauf animieren. Und das innerhalb kürzester Zeit, denn oft werden Klappentexte nur überflogen.





Kurz und gut 


Das bedeutet für den Text, dass er kurz und knackig sein sollte. Mehr als 300 Wörter könnten schon
zu viel sein. Floskeln, nichtssagende Ausdrücke, sowie vage Andeutungen und zu viele Füllwörter solltet ihr vermeiden. 


Wie immer – „show, don’t tell!“


Dieses Prinzip dürften die meisten von euch schon aus dem Schreiballtag kennen. Es geht beim Klappentext nicht darum, anderen zu versprechen, wie toll das eigene Werk ist, sondern es ihnen zu zeigen. 
Ihr könnt dafür eure Protagonisten vorstellen und beschreiben, in welcher Situation sie sich befinden. Es macht auch Sinn, den Konflikt - der ja schließlich die Spannung in dem Buch ausmacht - zu benennen. Nebenplots haben hierbei nichts zu suchen. Die würden nur den Rahmen sprengen. Konzentriert euch auf die Haupthandlung, aber ohne zu spoilern. Beschreibt dafür zum Beispiel die Ausgangssituation eures Romans.
Das Ziel ist es, Gefühle zu wecken. Verwendet daher Emotionsworte (schmerzhaft, sinnlich, beflügelt, humorvoll, geborgen), um das Interesse eurer Leser zu wecken und die Atmosphäre eures Buches rüberzubringen. 


Formelles 


Egal, in welcher Perspektive euer Roman geschrieben ist, Klappentexte werden in der Regel in der 3. Person Gegenwart verfasst. Das schafft am meisten Spannung. Außerdem solltet ihr bei diesem kurzen Text wirklich darauf achten, keine Rechtschreib- und Grammatikfehler zu machen.

Verwendet kurze, prägnante Sätze. Die wenigsten Leser werden sich bei der Wahl des Buches die Zeit nehmen, aufwändige Satzkonstrukte auseinanderzunehmen. 


Rezensionen


Ihr habt bereits Rezensionen oder Rückmeldungen der letzten Testleserunde? Super! Auch die könnt ihr wunderbar in euren Klappentext mit einbinden. Lobt euch nicht selbst, lasst andere loben. Dabei aber bitte nicht vergessen, den Verfasser zu nennen. 


Über den Autor


Es gibt etwas Spannendes über dich zu erzählen? Dann könnte es auch den Leser
interessieren. Aber auch in der Vita im Klappentext gilt: In der Kürze liegt die Würze. 


Inspiration + Helfer


Schaut euch die Rückseite anderer Bücher an, deren Klappentexte euch in der Buchhandlung bzw. auf Amazon zum Kauf verführt haben. Wie sind sie aufgebaut?
Lasst euren Klappentext von Testlesern anschauen. Sie haben einen anderen Blick auf die Geschichte und können euch helfen, einzuschätzen, ob der Text passt. 

Es lohnt sich auf jeden Fall, Zeit in den Klappentext zu investieren und ihn mehrfach zu überarbeiten. Denn letztendlich ist er, zusammen mit dem Cover, die Visitenkarte eures Buches und kann darüber entscheiden, ob es gelesen wird oder nicht.

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Zum Weiterlesen:

Sabrina bloggt außerdem auf sabi-writing-whatever.com

1 Kommentar:

  1. Ah, der Klappentext. Was ich so GAR NICHT leiden kann, sind Texte, die nur aus Rezensionen und Informationen zum Autor bestehen. Gerade, wenn es so unglaublich aussagekräftige 1-2-Satz-Rezensionen sind ("Absolut lesenswert!", "Fesselnd, ergreifend und Bestseller verdächtig. DIE Lektüre für den Urlaub!"). Das verleitet mich nur dazu, das Buch frustriert auf den Stapel zurück zu packen, denn wenn es so wenig über die Handlung zu sagen gibt, dass man lieber zu unspezifischen Lobeshymnen greift, dann verzichte ich. Das gilt auch für Bücher "die doch eigentlich jeder kennt", weil sie als Bestseller von den Medien durchgekaut wurden oder in irgendeinem Land schon zur Pflichtlektüre an Schulen gehören. Trotzdem, wenn ich dann im Laden stehe, "How to Kill a Mocking Bird" oder ähnliches sehe und denke, ah, der Titel sagt dir was, schauste mal, ob's dir gefällt, und dann feststellen muss, dass ich besser google fragen sollte statt den nicht vorhandenen Klappentext zu suchen, dann ist das alles andere als verlockend.
    Sinn und Zweck ist es doch, das Buch an Leute zu verkaufen, die es noch nicht kennen.
    Gegen ein, zwei informative Lesermeinungen zum Abrunden eines guten Klappentextes ist nichts einzuwenden, aber bei der anderen Methode (besonders beliebt bei englisch sprachigen Büchern, scheint mir) begreife ich einfach nicht, was sich die Marketingabteilung/Lektor/Autor oder wer auch immer dabei gedacht hat.

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