Samstag, 20. August 2016

Webseiten für Autoren – sinnvoll oder Spielerei?

Stell dir vor, Facebook macht von heute auf morgen seine Schotten dicht.

Öh.

Was machste jetzt? Reichweite weg. Fans weg. Alles futsch.

Wenn ich bei Google nach „Tinka Beere“ suche, dann ist die erste Seite voll von Beiträgen von mir. Ganz oben meine Webseite, darunter die zwei aktuellsten Beiträge bei Google+ von mir, danach ist meine Facebook-Seite auf verschiedenen Arten verlinkt, dann folgen „Bilder zu tinka beere“, meine Amazon-Seite und mein Twitter-Profil. Rechts bekomme ich meinen Blogging-Guide bei den Shopping-Ergebnissen angezeigt, darunter mein Google+-Profil mit meiner E-Mail-Adresse und dem neuesten Beitrag bei Google+.




Okay, genug Ego-Tinka. Was ist, wenn Facebook eines Tages nicht mehr existiert? Ich bin trotzdem noch da. Wenn mich jemand sucht, kann er recht problemlos auf andere Social-Media-Seiten von mir zugreifen und findet meine Veröffentlichungen und zuallererst meine Webseite.

Wenn mich jemand fragt, ob jeder Autor eine Webseite braucht, dann ist meine Antwort immer: Ja!
Egal, welches Netzwerk irgendwann ausfällt (okay, wenn Google mal futsch ist, sind wir wohl alle am A****), deine Internetpräsenz ist immer noch da. Du solltest schauen, dass dort all deine Internetaktivitäten, die mit dem Schreiben zu tun haben, zusammenlaufen. Außerdem kannst du dort entscheiden, was du teilen möchtest und was zu sehen ist. Deine Webseite ist dein Wohnzimmer, alles andere sind nur Marktplätze, wo sich auch andere Menschen tummeln.

Okay. Überzeugt. Wie fange ich an?
Überlege dir einen Namen. Idealerweise sollte dies der Name sein, unter dem du veröffentlichst, damit du auch gefunden werden kannst. Optimalerweise ist dieser dann in deiner Webadresse enthalten.

Dann such dir einen Anbieter (ich habe ganz gute Erfahrungen mit Wordpress und Blogger gesammelt), bei dem du deine Webseite erstellen möchtest. Du kannst sie natürlich auch selbst hosten, aber wenn du dich schon so gut auskennen würdest, dann müsstest du diesen Artikel nicht mehr lesen ;-)

Bevor du deine Webseite öffentlich zeigst, solltest du sie mit Inhalten befüllen.


Was gehört auf eine Autoren-Webseite?

Erst einmal ein bisschen langweiliger, dafür aber wirklich wichtiger Kram. Du brauchst ein Impressum und eine Seite mit den Datenschutzbestimmungen – das ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Informiere dich darüber, wie es in dem Land ist, in dem du lebst. Diese beiden Seiten müssen von jeder Seite deiner Webseite aus abrufbar sein.

Der Vorteil daran: Wenn du eine Seite für das Impressum besitzt, brauchst du nur den Link der entsprechenden Seiten auf deinen Social-Media-Kanälen einfügen. Ja, auch hier ist ein Impressum für dich Pflicht und sollte über maximal zwei Klicks von deinem Profil aus zu erreichen sein.

Der Nachteil ist, dass deine Adresse und dein Klarname zunächst einmal öffentlich im Internet zu sehen sind. Ein Postfach ist nicht erlaubt, weil im Notfall eine natürliche Person deine Post entgegennehmen muss. Es gibt jedoch Impressumsservices, die du gegen eine Gebühr in Anspruch nehmen kannst. Als Autor kannst du zum Beispiel dem Papyrus-Autoren-Club kostenlos beitreten und seine Adresse im Impressum angeben. Außerdem kannst du dort auch Künstlernamen und Pseudonyme anmelden.

In der restlichen Gestaltung deiner Webseite bist du sehr frei. Es gibt jedoch einige Dinge, die äußerst Sinnvoll sind:


Wer bist du?

Schreibe auf einer Seite, wer du bist und was du machst. Menschen, die zufällig auf deiner Seite landen, sollten erkennen können, dass du Autor bist und welche Bücher du schreibst. Mache dich interessant und vermeide Phrasen wie „Herzlich Willkommen auf meiner Autorenwebseite ...“

Ein hübsches Autorenfoto von dir kann auch nicht schaden, zudem ist es viel persönlicher, als purer Text. Meine Empfehlung ist, in allen Netzwerken und auf deiner Webseite das gleiche Bild von dir zu verwenden. So erhöhst du den Wiedererkennungswert.


Was schreibst du?

Bist du „nur“ freiberuflicher Schriftsteller und hast kein Gewerbe angemeldet, dann darfst du deine Bücher nicht direkt auf deiner Webseite verkaufen. Was du allerdings machen kannst, ist, sie in schöner Art und Weise zu präsentieren und zu deinem Verlag oder präferierten Onlineshop zu verlinken.

Spätestens hier kommt auch die Frage nach der optischen Gestaltung auf. Wenn du Liebesromane schreibst, sollte deine Webseite nicht im schwärzesten Dunkelschwarz erstrahlen.


Blog oder kein Blog?

Die Plattformen Wordpress und Blogger bieten die Möglichkeit, dass du Posts schreiben kannst, die zum Beispiel auf deiner Startseite in einem Feed dargestellt werden. Ich finde diese Funktion sehr nützlich und meiner Meinung nach kann man diese ruhig gebrauchen. Allerdings sollte man hier (wie auch auf seinen anderen Social-Media-Kanälen) wissen, was man schreiben kann.

Speziell auf meiner Webseite nutze ich den Blog als eine Art Newsfeed, in dem ich über Veranstaltungen oder Gewinnspiele etc. informiere. Wenn du mehr über das Bloggen für Autoren wissen willst, dann schau dir doch einfach meinen Blogging-Guide an.


Wo kann man dir noch folgen?

So lange Facebook und andere Soziale Netzwerke noch existieren, kannst und solltest du diese auch auf deiner Webseite angeben. Dafür gibt es die klassischen Widgets, die auf den einzelnen Netzwerk-Seiten erstellt werden können. Du kannst aber auch ganz fancy Icons verwenden, diese an der Seite deiner Webseite mitschweben lassen und deine Profile verlinken.


Eigene Domain oder nicht?

Ganz oben habe ich dir ja gesagt, dass das erste Ergebnis der Suche bei Google meine eigene Webseite ist. Das liegt daran, dass ich für meine Webseite eine eigene Domain habe. Das bedeutet, ich bezahle jährlich einen bestimmten Beitrag an einen Anbieter, kann darüber meine Webseite finden lassen und habe nicht mehr .wordpress oder .blogspot in der Webadresse.

Überlege dir wirklich, ob es die Investition nicht vielleicht doch wert ist (das kannst du übrigens auch später noch machen), denn so wird deine Webseite bei Google schneller gefunden, andere Menschen können sich eine einfache Domain z.B. mit deinem Namen besser merken und du kannst jederzeit den Webseitenanbieter wechseln, also zum Beispiel von Blogger zu Wordpress, ohne das es jemand direkt mitbekommt, weil sich deine Webadresse nicht ändert. So musst du auch keine neuen Visitenkarten oder das Impressum in deinen Büchern (in dem ich die Webseite immer angeben würde) ändern. Es kann wirklich jede Menge Geld und Sorgen sparen.

Das Übertragen der Inhalte ist, je nachdem, wie viel es ist, zwar umständlicher, aber du müsstest es sowieso machen, wenn du umziehst.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel weiterhelfen. Natürlich ist es ein sehr ausuferndes Thema, an dem noch einmal einige Themen dran hängen, welche ich zum Beispiel in meinem Blogging Guide besprochen habe. Wenn du trotzdem noch Fragen hast, stell sie mir gerne in den Kommentaren.

Alles klar? Dann bastle dir deine eigene Webseite. Viel Spaß!

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Zum Weiterlesen:

Tinka Beere liebt es, in andere Welten einzutauchen, und schreibt Geschichten mit einem fantastischen Touch. Darüber hinaus begeistert sie der Austausch mit anderen Autoren, denen sie mit hilfreichen Tipps gerne zur Seite steht.



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