Samstag, 25. Juni 2016

Ein Reißbrett für die Welt

Da saß ich also, mein Werk in der Hand, und verzweifelte. Wieso, fragt ihr euch? Weil mein Werk, wenn man es denn so nennen will, aus einzelnen, noch nicht wirklich zusammenhängenden Absätzen und Kapiteln bestand. Obwohl mein Kopf so voll von Ideen war, wollte aus ihnen einfach kein Buch werden. Zuerst störte mich das nicht. So schreibe ich einfach. Ich schreibe mal hier etwas, mal dort. Mal kann ich diese Fetzen zusammenfügen und mal nicht. Gelesen wird es meist trotzdem. Diesmal jedoch war es anders. Es wurmte mich, dass ich nicht in der Lage zu sein schien, etwas Durchgängiges zu schaffen. Irgendwann hatte ich die Nase voll und stellte mir, meiner Meinung nach, eine der wichtigsten Fragen beim Schreiben eines Buches:

Struktur oder Chaos?

Improvisieren oder nach Plan?



Es gibt vielerlei Wege einen Schreibprozess aufzubauen, in diesem Artikel soll jedoch nur eine besprochen werden. Erst einmal stellt sich einem Autor die Frage nach einer bestimmten Struktur. Will ich meine Ideen erst einmal bündeln, mir Hintergrundwissen aneignen und alles schriftlich festhalten? Diese Reißbrett-Methode hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Sie ist sehr aufwendig und man droht sich in Details zu verlieren. Auch spielt hier eine weitere Frage eine große Rolle: Schreibe ich nach Plan oder will ich improvisieren? Ein Plan erleichtert das Reißbrett, denn bestimmte Details können erst einmal außen vor gelassen werden. Aber wie wir alle wissen, lässt sich Kreativität schwerlich in Fesseln legen.

Ich gebe euch also einen selbst geprüften Rat: Verzweifelt nicht! Der erste Schritt sollte sein, anzufangen und fortzufahren. Legt euch nicht selbst Steine in den Weg, indem ihr verzweifelt einen Plan machen oder kreativ sein wollt. Meines Erachtens nach kann ein Reißbrett durchaus hilfreich sein, denn es gibt Ziele an und hilft beim Schreiben. Details wie Kultur, Volk, Sprache und Ähnliches müssen nicht fortlaufend erfunden werden. Wie bei allem Schreiben, ob Hausarbeit oder Buch, hilft Hintergrundwissen. Es erleichtert vieles und kann sogar die Kreativität freier fließen lassen. Wichtig ist allerdings bei allem Vorbereiten, die Einzigartigkeit nicht zu vergessen. Ein Reißbrett ist viel Arbeit und erfordert viel Zeit. Es kann sein, dass man in ein Kreativitätsloch fällt und sich versucht sieht, bei bekannten Welten etwas abzukupfern. Tut es nicht! Schenkt eurer Geschichte Einzigartigkeit und ihr erhaltet Interesse von euren Lesern und jenen, die nach etwas Neuem suchen.

Qualität ist das Produkt der Liebe zum Detail.
- Andreas Tenzer -

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Jenny bloggt außerdem auf https://jennifergreve.wordpress.com/



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