Mittwoch, 9. März 2016

Der USP - Was ist dein Alleinstellungsmerkmal?



Jede Woche kommen unzählige neue Bücher auf den Markt, jeden Tag werden bei Amazon E-Books hochgeladen und warten zusammen mit tausenden anderer auf ihre Käufer. Um aus dieser unglaublichen Masse heraus deine Leser zu finden, musst du dich so gut wie möglich von der Konkurrenz abheben.

 

 Vielleicht hast du schon mal von der Unique Selling Proposition (oder dem Unique Selling Point), kurz USP, gehört. Es geht hierbei um dein Alleinstellungsmerkmal. Es ist die Antwort auf Fragen wie „Warum sollte jemand ausgerechnet dein Buch lesen?“ oder „Was macht dein Buch anders als die anderen Bücher deines Genres?“ Dieser Artikel soll dir helfen, dein Alleinstellungsmerkmal zu finden.
 

Alleinstellungsmerkmale für Bücher kannst du in ganz verschiedenen Bereichen finden. Es kann die ganz spezielle Art des Covers sein oder das sehr eigentümliche Thema für eine eng gefasste Zielgruppe.
 

Deshalb solltest du dir die Frage stellen: 
Worüber schreibst du, für wen schreibst du und wie schreibst du?
 

Das „Worüber“ kann dir Alleinstellungsmerkmale liefern, wie etwa eine ganz besondere Art von Figur, die es so in deinem Genre noch nie gegeben hat, oder auch ein für dein Genre sehr untypisches Thema, das deine Bücher von den anderen abhebt. Vielleicht spielt deine Geschichte auch in einem ungewöhnlichen Setting, von dem bisher keiner deiner Konkurrenten Gebrauch gemacht hat.
 

Deine Zielgruppe liefert ebenfalls mögliche Alleinstellungsmerkmale. Etwa das Alter deiner Zielgruppe, wenn du für besonders junge Leser schreibst oder vielleicht Rentner als Leser ansprichst. Vielleicht schreibst du Geschichten, die in einer speziellen Region spielen und so für die Bewohner oder Fans der Region von großem Interesse sind.
 

Mit dem „Wie“ meine ich sowohl mögliche Alleinstellungsmerkmale wie etwa eine hohe Veröffentlichungsfrequenz, wenn du jeden Monat einen neuen Teil herausbringen kannst, als auch besondere Formate, wie Serials/eShorts, extrem dicke Wälzer oder Briefwechsel und Tagebuchformate. Zu diesem Bereich gehört auch deine ganz spezielle Stimme. Wie schreibst du? Sehr poetisch oder eher klar und schmucklos, vielleicht umgangssprachlich mit diversen Kraftausdrücken? Auch das kann ein Alleinstellungsmerkmal sein.
 

Es ist möglich, dass dich mehrere Merkmale von deiner Konkurrenz abheben, doch beim Marketing solltest du dich möglichst auf das prägnanteste Merkmal konzentrieren. Was nicht heißt, dass es unmöglich ist, zwei Merkmale gut zu kombinieren und sich dadurch noch mehr abzuheben.

Wenn du Alleinstellungsmerkmale für deine Bücher gefunden hast, dann solltest du einige Zeit darauf verwenden, in einem einzigen Satz zu formulieren, was an deinen Büchern so besonders ist. 

Solch einen Satz kannst du dann perfekt in deiner Werbung verwenden.
 

Und wenn kein Merkmal ein Buch oder den Autor so richtig von der Konkurrenz abzuheben schafft, dann gibt es auch immer noch den Preis als Möglichkeit. Viel Lesestoff zum Schnäppchenpreis ist dann die weitverbreitete Lösung.
 

Kritik

Es gibt allerdings auch Bücher, die kein Alleinstellungsmerkmal haben - zumindest kein wirklich einzigartiges – und die sich trotzdem gut verkaufen. Diese Bücher reiten meist auf der Welle eines bekannten Hypes mit, etwa die vielen gut laufenden Vampirbücher vor ein paar Jahren, die ihre Verkaufszahlen dem Erfolg von Twilight verdanken. Besondere Alleinstellungsmerkmale sind also nicht immer nötig, um Bücher zu verkaufen. Der werte Leser neigt doch gerne zum beliebten „more of the same“.
 

Heutzutage eine Geschichte mit wirklich einzigartigen Merkmalen zu schreiben, ist verdammt schwer, es scheint schon fast alles in Buchform zu geben. Um eine einzigartige Kombination zu erschaffen, muss ein Autor schon sehr ausgefallen werden. Und hier stoßen wir dann auf ein Problem.

So sehr Agenten und Verlage es auch immer wieder betonen, dass sie Bücher mit guten USPs wollen, so sehr schrecken sie auch vor zu ausgefallenen Ideen zurück. Wer mit einer extremen Kombination in seinem Buch an eine Verlagstür klopft, der erntet doch meist ein müdes Kopfschütteln und den Hinweis darauf, dass sich so etwas nur schwer verkauft.
 

Fazit

Alleinstellungsmerkmale sind wichtig und jeder Autor sollte sich zumindest einmal darüber Gedanken machen, was seine Geschichten von denen der anderen Autoren abhebt.

Doch ich denke, dass wir alle einen Schritt weiter gehen sollten, weg vom „Unique Selling Point“ der bloßen Bücher, hin zum „Personal Selling Point“ des Autors: Seiner Marke.

Eine erfolgreiche Autorenmarke kann weit über die Merkmale eines Buches hinaus als Alleinstellungsmerkmal dienen und Leser langfristig emotional binden.

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 Madita bloggt außerdem auf Federkiel
 

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