Samstag, 27. Februar 2016

Träume: Fluch & Segen eines Autors



Träume als Segen eines Autors

Einige Autoren sammeln ihre Ideen wortwörtlich im Schlaf. Sie träumen von anderen Welten und von Wesen, die nicht existieren, erleben Dramen, Thriller und Romanzen, und das mitten im Schlaf. So ergeht es auch mir.

Jahrelang hatte ich nicht mehr geschrieben, doch ich wusste, dass mir irgendetwas fehlte. Meine Phantasie war es, der ich viel zu lange keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Ich wusste es nicht, aber meine Phantasie wusste es.

Und dann, in jener einen Nacht, überfiel sie mich, packte mich und rüttelte mich wach. Ich hatte einen Traum, der so facettenreich und spannend war, dass ich aufwachte und wusste: »Das muss ich aufschreiben«.

Ich griff nach meinem Handy, startete die App Evernote und notierte mir alles, was mir noch von meinem Traum in Erinnerung geblieben war. Eine wütende Frau, Menschen, die nicht mehr Menschen sind, eine zweite bedrohliche Welt und ein unheilbringendes Feuer. Ich notierte jede Kleinigkeit, an die ich mich erinnern konnte. 


Dann begann ich, die verschiedenen Elemente meines Traums zu verknüpfen. Denn egal wie detailliert ein Traum sein mag, es fehlen immer einzelne Szenen und Verbindungen. Und genau da beginnt die Arbeit des träumenden Autors. Die Ideen findet er zwar im Schlaf, doch plotten muss auch er. Dann müssen die zum Teil abstrusesten Traumelemente einen Sinn erhalten und zu einer Geschichte verwoben werden, bis der Autor schließlich aus einem Traum eine eigene Wirklichkeit erschaffen hat.

Seit dieser einen Nacht achte ich verstärkt auf meine Träume. Manchmal werde ich nachts wach, greife zu meinem Handy und notiere die neuesten Ideen, die mir im Schlaf gekommen sind. Spätestens morgens jedoch greife ich beinahe tagtäglich zu meinem Notizbuch und halte meine Träume fest. Daher ist es für mich ganz besonders wichtig, neben dem Bett immer etwas liegen zu haben, worin ich meine Ideen festhalten kann.

 

Träume als Fluch eines Autors

Doch so toll und einfach diese Art der Ideenfindung klingt, so hat sie auch einen entscheidenden Nachteil. Schauen wir uns die einzelnen Schlaf- und Traumphasen genauer an, erkennen wir schnell das Problem. Denn die Schlafphase, in der wir träumen, liegt vor der Tiefschlafphase, in der wir uns erholen. Zudem ist unsere Hirnaktivität in der Traumphase höher als in jeder anderen Schlafphase.

Wenn wir träumen, fällt die Erholung, die uns der Schlaf eigentlich bringen soll, also deutlich geringer aus. Im schlimmsten Fall kann die Ablenkung durch einen Traum sogar dazu führen, dass kein tieferes Schlafstadium erreicht wird. Dadurch ist nicht nur die Erholung geschmälert, sondern auch das Immunsystem wird auf Dauer geschwächt.

Und so ist es auch bei mir. Meine Träume nehmen zum Teil schon fast das Ausmaß eines Kinofilms an. Sie sind abenteuerlich, sie machen Spaß, sie sind spannend und oft mit Elementen der Fantasy verknüpft. Ich träume von anderen Welten, phantastischen Wesen, Romanzen und manchmal auch von unheimlichen Orten.

Natürlich ist es toll, ganz exklusiv bereits den Kinofilm zu seinem eigenen Buch zu sehen, noch bevor es überhaupt geschrieben ist. Doch tagsüber bin ich oft müde und kränkel so vor mich hin. Das hat wiederum die Folge, dass ich abends, nach vollbrachtem Brotjob, nach Hause komme und schreiben will, es aber nicht kann, weil ich schrecklich müde bin und mich nicht konzentrieren kann.

Zusammengefasst habe ich nachts in meinen Träumen unzählige Ideen für großartige Bücher, doch genau das hindert mich auch am konzentrierten Schreiben.


Wie ist es bei euch? Träumt ihr eure Ideen - und wenn ja, seid ihr auch oft müde? Oder träumt ihr selten und entwickelt lieber im wachen Zustand neue Geschichten?
Zusätzliches:

Infos zu den Schlafphasen habe ich von hier:

http://www.infoquelle.de/gesundheit/wellness/traum-und-schlafphasen/

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Jill schreibt Urban-Fantasy & Romantasy. Auf ihrem Blog JillSchreibtEinBuch.de könnt ihr die Entstehung ihrer Bücher verfolgen und gleichzeitig nützliche Schreibtipps mitnehmen.



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