Mittwoch, 24. Februar 2016

Gottheiten der Träume




„Alle Träume haben einen Grund, und mögen es die unsterblichen Göttern geben, daß wir diesen nicht durch unseren Aberglauben und unsere Verkehrtheit vergrößern!“ -Marcus Tullius Cicero  


Einzig die griechische/römische Mythologie beherbergt solche Wesen, die wir Traumgötter nennen. Dieser Umstand kommt vor allem von der Vorstellung der Griechen und Römer, Götter würden ihren Willen durch Träume ausdrücken. Auch die Verbindung von Schlaf, Traum und Tod ist in dieser Mythologie von großer Bedeutung, in diesem Artikel soll allerdings nur kurz auf den Aspekt des Schlafes, in Form des Gottes Hypnos, eingegangen werden.
 

Hypnos, der griechische Gott und Daimon des Schlafes, Sohn der Nyx (Urgöttin der Nacht) und des Erebos (Urgott der Lichtlosigkeit), war der Bruder des Thanatos (Gott und Daimon des „friedlichen“ Todes) und hatte drei Söhne, Morpheus, Phobetor (Ikelos) und Phantasos.
 

Neben Hypnos soll Nyx auch die Oneiroi erschaffen haben. Sie verkörpern die Träume, beziehungsweise das Träumen und werden meist als nicht näher spezifizierte Gruppe genannt. Bei Homer ist es jedoch ein einzelner Gott der Zeus Botschaften verbreitet.

Bei diesem Aspekt ist auch Hermes zu nennen, der Götterbote. Er vermittelte nicht nur zwischen Menschen und himmlischen Göttern, sondern auch zwischen den Menschen und der Unterwelt. Des Weiteren war er für die Botschaften in Träumen, sowie für Prophezeiungen und Visionen zuständig.
 

Die Söhne des Hypnos vertreten jeweils einen anderen Aspekt des Traums. Morpheus besaß die Gabe sich in jede menschliche Gestalt zu verwandeln und jede Stimme zu imitieren. Er wird als der Mächtigste der Brüder angesehen und somit als Anführer der Träume. Um die göttlichen Botschaften zu überbringen, erschien er bevorzugt Königen. Sein Bruder Phobetor, oder Ikelos, ergänzte seine Bruder durch die Verwandlung in Tiere, während Phantasos sich in leblose, unbeseelte Gegenstände und Naturgewalten verwandeln konnte.
 

Auch andere Mythologien nutzten die Träume der Menschen zur Überbringung von Botschaften, allerdings gibt es dort keine speziellen Götter die dafür zuständig sind. In der germanischen Mythologie erschienen die Dirsir (Disen), uralte Göttinnen, ausgestattet mit magischem Wissen und großer Weisheit, den Menschen im Traum und gaben Teile ihres Wissens weiter. Zu ihnen zählen Walküren und Nornen.
 


… und was man aus ihnen macht.

Nach all diesen zwar interessanten, aber doch nur oberflächlichen Darstellungen von bestehendem Wissen stellen sich nun bestimmt einige die Frage, was all dies mit dem Schreiben zu tun hat. Wenn man, wie ich, von Mythen und alten Geschichten fasziniert ist und selbst einmal in eine solche Welt eintauchen will, braucht man einen gewissen Grad an Vorwissen, mit dem man arbeiten kann. Beim Schreiben kann dieses Wissen dann durch die eigene Fantasie erweitert oder umgestaltet werden. Man könnte die verschiedenen Oneiroi benennen, ihnen eigene Teilaufgaben zuweisen, oder ganz neue Unterrassen von Traumgöttern erschaffen. Stelle man sich zum Beispiel vor, Morpheus hätte im Traum Artemis verführt (im Traum durchaus möglich, auch wenn Artemis meist als jungfräuliche Göttin dargestellt wird) und diese gebärt dann eine neue Unterart der Götter, die Traumjäger. 

Diese folgen nicht nur dem Ruf ihres Vaters und wandeln durch die Träume der Menschen und Götter, sondern auch dem Ruf ihrer Mutter. Sie verkörpern nicht nur Artemis Attribut der Jagd, sondern auch das des Bewahrens. Wenn man nun eine eigene Geschichte um die Mythen unserer Welt spannt und diese so formt, wie man es braucht, kann man auch die Rollenverteilung der Götter selbst bestimmen. Im oben genannten Beispiel müsste also nicht nur festgelegt werden, wie mächtig die Kinder zweier Götter sind, sondern auch wie sich die verschiedenen Götter gegenüberstehen. Sind sie einander gleich gestellt oder ist einer der beiden schwächer? Sind sie Feinde oder trotz allem Verbündete? Arbeiten sie mit- oder gegeneinander? All diese Facetten und natürlich noch einige mehr müssen berücksichtigt werden, wenn man sich die Mythen dieser Welt zu eigen macht.


„Mystiker: staunen ins Weite, indes der Wind mit den Blättern des Buches spielt, das in ihrem Schoße liegt.“ -Professor Dr. Josef Vital Kopp


Nun folgen ein paar Serien / Romane die Traumgötter beinhalten:

Sherrilyn Kenyon: Dark Hunter / Dream Hunter (http://www.sherrilynkenyon.com/)


Gena Showalter: Herren der Unterwelt (http://members.genashowalter.com/page/books)

P.C. Cast: Mythica (http://www.pccastauthor.com/shop/?category=Books)

Thilo Corzilius: Dorn (http://www.thilocorzilius.de/index.php?wohin=veroeff)



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