Mittwoch, 25. November 2015

Was ist das? Ein Autor?

Ein Gott.

"Ich rotz es einfach hin und schon issers. PAM."
Paul Weigl, Poetryslammer
Was macht dieses Gefühl aus, gottgleich zu sein und zu handeln? Worum geht es dem Autor? Um Kontrolle? Wenn doch so vieles im Leben nicht in unserer Hand liegt, dann doch bitte die eigene Erzählung. Aber nein. So einfach ist es nun auch nicht. Kontrolle geht einher mit Verantwortung. So ist es doch zuerst der Autor, der angeklagt wird, seine Figuren dem Untergang geweiht zu haben. Es sind aber nicht bloß diese tragischen Elemente, die der Autor beeinflusst, sondern auch die kleinsten Kleinigkeiten: Augenfarbe, Frisur, Vergangenheit, alles ist wichtig.


Die Kontrolle über seine Figuren, aber auch das Wissen über das Geschehen verleihen dem Autor etwas Besonderes - Allmacht.



Ein Wahnsinniger.

"Ich schreibe so lange, wie der Leser davon überzeugt ist, in den Händen eines erstklassigen Wahnsinnigen zu sein."
Stephen King
Ist das die Definition, die King sich selbst gibt? Ist dies die Rolle, in die er als Autor schlüpft? So sieht es aus. King hält seinem Leser nicht die Hand, sondern fängt ihn ein und lässt sein Spiel beginnen. Auch das kann ein Autor für seinen Leser sein: nicht der Held, sondern der Fiesling, das Dunkle. Er kann mit den Ängsten und Albträumen der menschlichen Psyche spielen. Vielleicht veranschaulicht er uns die Gedankengänge eines Psychopathen oder Mörders und wir können sie sogar nachvollziehen und mitempfinden.

Durch die Empathie des Lesers kann der Autor eine weitere seiner Fähigkeiten zutage treten lassen - die der Manipulation.


Ein Abenteurer.

"Abenteuer sucht man nicht, Abenteuer hat man." 
Manfred Hinrich
In diesem Fall lässt uns der Autor meist nur von außen an der Geschichte teilhaben. Er entführt uns in fremde Welten, erzählt uns seine Abenteuer und labt sich an unseren AHs und OHs. Hier geht es weniger um Kontrolle oder um Manipulation, sondern mehr darum, etwas zu verarbeiten und anderen oft kleine Hilfestellungen zu geben. Ich habe hier Mist gebaut, aber hey, alles ist ein Abenteuer und natürlich gibt es einen Weg hinaus aus dieser prikären Situation. Es ist natürlich nur in den seltensten Fällen derart einfach und läuft nicht immer nach diesem Schema ab.

Sowohl die fiktiven, als auch die realen Abenteuer können uns im Leben weiterbringen und uns Fremderfahrungen machen lassen.


Ein Gefährte.

"Wenn man mir diesen Menschen nehmen würde, wäre es so, als wenn man mir meine Arme nehmen würde. Er ist mir Freund, Vertrauter, Gefährte und Teil von meinem Leben."
Damaris Wieser

Und dann derjenige, der an unserer Seite steht und uns ab und zu an die Hand nimmt. Der seine Gefühle mit uns teilt und uns auch seine geheimsten Gedanken mitteilt. Freundlichkeit und Sympathie sind nur zwei der Hauptmerkmale des Gefährten, neben Offenheit, Ehrlichkeit und der Möglichkeit, sich mit ebendiesem zu identifizieren. Es geht allerdings nicht nur um das Gefühl der Zusammengehörigkeit, sondern auch darum, gemeinsam die Geschichte zu erleben und in manchen Fällen sie zu überleben.

Hier zeigt sich die positive Seite der menschlichen Fähigkeit zur Empathie. Mit ihr erschafft der Autor für uns nicht bloß eine Romanfigur, sondern einen Freund.

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