Samstag, 1. August 2015

Ich bin Musik! Musik, Playlists und der Soundtrack fürs Schreiben

Heute geht es um das Thema „Schreiben und Musik“. Musik ist eine der Kunstformen von denen jeder sagt, dass er sie mag, jeder hat „seine“ Musik. Nun ist die Frage, braucht man Musik auch beim Schreiben. Da scheiden sich die Geister. Die einen sagen: Unbedingt! Die anderen: Absolute Stille! Nun, ich finde ab und an und wenn es passt, wieso denn nicht? Musik kann hilfreich sein in die richtige Stimmung zu kommen, kann beruhigen und auch helfen die Gefühle, die man beschreiben will, zu beschreiben. Und man sollte nicht vergessen: Musik ist etwas, was jeden erreicht! 




Drei Möglichkeiten wie sich Musik einsetzen lässt:

Musik als Fundament


Ja, ihr könnte eure Geschichte/Szene um die Musik herum konzepieren. Besonders wenn es um Moment geht, in dem eure Figuren mit sich selbst beschäftigt sind. Ich persönlich finde es manchmal schwer, nur aus den „eignen Emotionen“ zu schöpfen. Musik kann da helfen, weil man sich auf andere Weise mit Emotionen auseinander setzt.

Musik als Unterstützung


Wollt ihr eine Szene für euch mit einem Lied unterstützen, dass ihr nur für das Schreiben braucht? Ich denke beim Schreiben an das Abspielen eines Filmes. Dort wird Musik immer sehr unterschwellig eingesetzt, um den Zuschauer in der Handlung zu halten. Also nutzt Musik um euch persönlich zu unterstützen, lasst sie laufen um euch in Stimmung zu bringen.


Musik als Gedankenstütze


Ich finde es manchmal sehr schwer, wieder in Handlung zurück zu finden. Immer wenn ich längere Pause an einem Text gemacht habe, höre ich gerne die Musik und lese die Notizen, die ich dazu zusammen gestellt habe.

Die Playlist, die CD oder „Wie stelle ich das zusammen?“



Im Zeitalter von Abo- und Streamdiensten ist es bei Weitem leichter als noch vor 10 Jahren, sich „seinen Soundtrack“ zusammen zu stellen. Allerdings läuft man auch immer die Gefahr nur seine Lieblingslieder, seine bevorzugte Musikrichtung zu verwenden. Das ist erst mal schön und gut, aber auch für das „Schreiben“ braucht man auch einen Plan. Was schreibt ihr? Wie sind die Figuren konzepiert? In welcher Lebenswelt bewegen sie sich? Auch daran muss man denken, wenn man sich einen Soundtrack zusammenstellt. Gleichen sich diese Soundtracks immer wieder und so nutzt das Ganze nichts, weil sie nicht den Figuren und der Handlung entsprechen. So böse das nun klingt: Schaut über euren persönlichen, musikalischen Geschmack hinaus. Ein simples Beispiel dazu: Ich habe neulich diesen Standartsatz gehört: 

„Nein, also Klassik höre ich nicht.“ 
„Und was ist mit Filmmusik? Dem Soundtrack von „Under the skin“ zum Beispiel?“
„ Ja. Das mag ich.“
„Dann hörst du Klassik.“

Viele denken gerne in ganz bestimmten Kategorien, wenn es um Musik geht. Klassik, zum Beispiel, das ist Bach, Beethoven und andere Herren, die schon etwas länger nicht mehr unter uns weilen. Ich habe ziemlich lange auch so gedacht, bis ich auf das Album „Untold Things“ von Jocelyn Pook gestoßen bin, ein wunderbares Instrumentales Album, was nahezu ohne Text auskommt. Ich würde es sehr bereuen, wenn ich es nicht in meine Sammlung aufgenommen hätte.


Also, mein Tipp: hört euch Musik an, von der ihr erst mal ausgehen würdet, dass ihr sie nicht hört, statt nach aktuellen Chartlisten, beworbenen Musikern und den Empfehlungen bei der CD-Abteilung oder die Abteilungen, die ihr immer aufsucht, zu gehen. Das ist nicht verboten, ich mag auch aktuelle Musik, aber es lohnt sich einfach, wenn man Klassikliebhaber ist, in die Metallabteilung zu gehen und umgekehrt.Je breiter die Musikkenntnis wird desto vielfältiger könnt ihr eure Soundtracks zusammenstellen, auch für einzelne Charaktere und einzelne Kapitel.

Wichtig ist, sich auch immer zu fragen: „Passt es in mein Konzept?“. Ihr könnt die beste Handlung haben, aber wenn ihr nicht die passende Musik habt, dann ist es eher frustrierend mit Musik arbeiten zu wollen. Das geht nur, wenn man sich sehr breitgefächert mit Musik auseinandersetzt.

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