Samstag, 18. Juli 2015

DKZV – 3 Dinge, die du über Druckkostenzuschussverlage wissen musst!



Eine kurze Googlesuche zeigt: Vor DKZVs wird gewarnt. Immer wieder liest man, dass vor allem junge Autoren auf sie reinfallen. Doch

1. Was sind Druckkostenzuschussverlage eigentlich?

Ein DKZV ist ein Verlag, der sich für das Drucken seiner Bücher bezahlen lässt – vom Autoren. Das ist soweit noch nicht dramatisch, denn es gibt Gründe, sein Buch bei einem solchen Verlag drucken zu lassen. In den meisten Fällen sind es wissenschaftliche Arbeiten oder Bücher, die nur für die Familie gedacht sind, von Autoren, die ihren Lieben und Freunden selbst gern ihr eigenes Buch in die Hand geben wollen. Sie lassen ihre Bücher meistens bei Book on Demand (BoD) Verlagen drucken.

Doch hier steckt schon das Problem. Book on Demand Verlage verstecken sich nicht und geben auf ihrer Webseite an, dass sie ein BoD-Verlag sind – DKZV nicht. Wer sich (noch) nicht in der Autorenszene auskennt, für den sind Druckkostenzuschussverlage von seriösen Verlagen kaum zu unterscheiden. Oft leuchten einem auf der Startseite des Verlags schon Anzeigen entgegen:

„Wir suchen dein Manuskript!“

 

oder Ähnliches. Natürlich springen junge Autoren darauf an, denn sie wollen ja veröffentlicht werden, und an die großen Verlage (Piper, FJB, Lübbe & Co.) kommt man doch als Newcomer sowieso nicht dran. Also, Manuskript eingetütet, hingeschickt und auf die Antwort gewartet. Und die kommt mit hundertprozentiger Sicherheit, ist sogar noch positiv. Das Herz schlägt höher, das Manuskript ist klasse, hat Potenzial zum Bestseller, ist genau das, was sie schon lange gesucht haben.

In der Euphorie blickt man über die Summe hinweg, die der Verlag verlangt, um alles in die Wege zu leiten. Und wenn das nicht der Fall ist: Es ist doch selbstverständlich, dass man als Autor 100 Belegexemplare kauft, um sie an den Mann, die Verwandten und Bekannten zu bringen.

Das böse Erwachen kommt erst hinterher und kann sich lange hinziehen. Das Buch verkauft sich wahrscheinlich nicht. Warum? Ich habe gelesen, dass Lektorate solcher Verlage auf Sparflamme laufen, auch das Marketing ist ungenügend bis gar nicht vorhanden.

2. Warum sollte ein Verlag offensichtlich wollen, dass sich dein Buch nicht verkauft?

Weil dieser Verlag nicht von den Verkäufen der Bucher lebt, sondern von dem Geld, das gutgläubige Autoren dem Verlag in den Hals werfen. Dieses Konzept wird von vielen Gegnern kritisiert. Sie fordern, dass sich solche Verlage nicht mehr Verlag nennen dürfen oder zumindest gekennzeichnet werden. Doch wie bei vielen Berufsbezeichungen (Autor, Coach, Dolmetscher, Journalist) ist auch die Bezeichnung „Verlag“ kein geschützter Begriff. Also rotten Autoren und Verlage sich zusammen und versuchen Anfänger über DKZV aufzuklären.

„Verlag kommt von vorlegen“, „Bezahle keinen Verlag, damit er dein Buch veröffentlicht.“

Ein seriöser Verlag verdient erst dann, wenn er ein Buch verkauft. Er investiert in eine Idee indem er das Lektorat/Korrektorat, das Cover und das Marketing im Voraus bezahlt. Deswegen ist es auch so schwer, als Jungautor in ein Verlagsprogramm aufgenommen zu werden. Jeden Tag flattern hunderte von Manuskripten in die Büros und es muss ausgesiebt werden – Die Existenz der Verlage ist davon abhängig.

Wenn ein Verlag offensichtlich nach Manuskripten sucht, dir am Besten noch eine hohe Garantie anbietet, dass dein Manuskript genommen wird, ohne es jemals gesehen zu haben: Finger weg!

Ein seriöser Verlag braucht diese Art der Werbung nicht. Jeder Verlag sucht natürlich Manuskripte. Er kann sich vor Einsendungen meist nicht retten und wahrscheinlich landet ein Großteil im Archiv, wenn nicht gleich auf der Ablage P.

3. Was ist das Gefährliche an DKZV?

Du willst einfach nur schnell veröffentlicht werden? Auch dann solltest du es lieber als Selfpublisher versuchen. Nicht nur, dass dir ein DKZV eine Menge Geld aus der Tasche zieht (und ich spreche nicht nur von ein paar hundert Euro!), du bist, wenn du Pech hast, dein Leben lang für andere Verlage gebrandmarkt. In einer Vita (darüber in meinem nächsten Artikel mehr) steht für gewöhnlich, was du schon wo veröffentlicht hast. Ist ein DKZV dabei, sind die Chancen eher gering, dass du bei einem richtigen Verlag unterkommst.

Es ist so wichtig, junge Autoren darüber aufzuklären. Ich wäre dir dankbar, wenn du diesen Artikel teilst und das Thema unter deinen Kollegen immer mal wieder ansprichst, damit niemand unwissend diese böse Erfahrung machen muss.

Zum Weiterlesen:

  • DKZV auf schriftsteller-werden.de
  • Eine Liste vieler DKZV von nein-zu-dkzv.web-hostel.de



Tinka liebt es, andere Menschen zu motivieren und zu inspirieren. Die Autorin bloggt auf tinkabeere.com, hat einen Ratgeber zum Bloggen veröffentlicht und schreibt fantastische Jugendbücher.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen