Montag, 1. Juni 2015

Wie fange ich an? Über Discovery Writer und Outliner

Immer wieder tauchen die gleichen Fragen bei Schreibneulingen auf – und diese möchte ich mit meiner Anfänger-Reihe „Basics“ beantworten. In diesem Artikel möchte ich euch erklären, was Discovery Writer und Outliner überhaupt sind, wie sie arbeiten, ein berühmtes Beispiel für die eine und andere Art nennen und euch helfen herauszufinden, ob ihr eher zu den Discovery Writern oder Outlinern gehört.





Was ist ein Discovery Writer?

Discovery Writer sind Autoren, die ihre Geschichten dem Wortsinn nach entdeckend schreiben. Sie legen sich keinen Plan zurecht, sondern nehmen ihr weißes Blatt oder öffnen das Schreibprogramm ihres Computers und schreiben einfach drauf los. Die Geschichte entwickelt sich mit dem Schreiben und am Ende kann eine ganz andere Geschichte herauskommen, als vielleicht am Anfang noch fokussiert wurde. Oft wissen Discovery Writer nicht, wie die Geschichte enden wird und lassen sich von dem Handlungsverlauf überraschen.

 

Was ist ein Outliner?

Ein Outliner plant seine Geschichte. Nimmt er sich ein Blatt oder den PC zur Hand, dann entwickelt er zunächst seine Figuren, einen Plot und/oder bastelt sich seine Welt. Dazu gibt es verschiedene Methoden, die noch im Schreibmeer vorgestellt werden.

Outliner planen also überhaupt und umfangreicher als Discovery Writer, denn bei ihnen ist die Geschichte von vornherein in Stein gemeißelt. Für Discovery Writer steht nach dem Schreiben der Rohfassung erst einmal das Strukturieren und Aufräumen der Geschichte an. Häufig stricken sie in die Geschichte Dinge ein, die für die Handlung an sich nicht mehr wichtig sind. Sie müssen die einzelnen Kapitel ordnen, ihren Handlungsverlauf auf Plottlöcher abklopfen und überprüfen, ob ihre Charaktere immer gleich beschrieben werden.

Der wesentliche Unterschied ist also die Reihenfolge, in der sie arbeiten. Dabei ist keine Art besser oder schlechter, sie ist nur anders und höchst individuell vom Autor selbst abhängig.
Ein berühmtes Beispiel für einen Discovery Writer ist wohl Stephen King. Dazu kommt, dass er einen ziemlich hohen Output an Wörtern am Tag hat, der für einen Hobby- oder Teilzeitautor kaum täglich zu bewältigen ist.
Dan Wells ist das ideale Beispiel eines Outliners, der die die 7-Punkte-Struktur zum Planen (Plotten) eines Romans entwickelt.

 

Wie findet ihr heraus, ob ihr ein Discovery Writer oder ein Outliner seid?

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass es nicht den reinen Discovery Writer oder Outliner gibt. Die meisten Autoren liegen in einem Bereich dazwischen mit einer Tendenz in eine der beiden Richtungen. Am besten könnt ihr für euch herausfinden, zu welcher Gruppe ihr eher gehört, wenn ihr euch beobachtet. Schreibt ihr instinktiv etwas über die Geschichte oder die Charaktere – wenn auch nur stichpunktartig – auf? Müssen für euch große Teile der Handlung und Nebenhandlungen stehen, bevor ihr euch daran wagt, die Geschichte aufzuschreiben? Vielleicht beginnt ihr auch eine Geschichte nach der anderen, kommt aber irgendwann nicht mehr weiter? Müsst ihr wissen, wie die Geschichte endet? Dann gehört ihr wahrscheinlich eher zu den Outlinern. Fällt es euch leichter, eine Geschichte direkt anzufangen, ohne allzu viel über die Handlung, die Personen oder das Setting zu wissen und seid in der Lage, die Geschichte zuende zu schreiben, dann seid ihr vermutlich eher Discovery Writer.

Schreibübung:

Schreibt eine Szene als Discovery Writer und eine Szene als Outliner.

Wie leicht oder schwer fiel es euch, die Szenen zu schreiben? Was ist euch aufgefallen?


Zum Weiterlesen:




Tinka liebt es, andere Menschen zu motivieren und zu inspirieren. Die Autorin bloggt auf tinkabeere.com, hat einen Ratgeber zum Bloggen veröffentlicht und schreibt fantastische Jugendbücher.

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